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Umgestaltung der Lahnaue beginnt

Naturschutz Umgestaltung der Lahnaue beginnt

Bis Anfang Oktober soll das Hochwasserschutz­projekt "Lahnaue" in Biedenkopf fertiggestellt werden und wird dann etwa 123500 Euro kosten.

Biedenkopf . Noch in diesem Jahr soll das Projekt „Refurkation der Lahn“ - das Füllen eines zusätzlichen Flussarmes bei Hochwasser - im Bereich „Auf dem Schönwasen“ in Biedenkopf verwirklicht werden. Den ersten Spatenstich nahmen am Freitag vergangener Woche Manfred Apell als Vertreter des Unterhaltungsverbands Obere Lahn, Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig, Matthias Schneider vom BUND, Uwe Krüger von der Unteren Naturschutzbehörde und Klaus Petri als NABU-Vertreter vor.

Die Kosten bezifferte Apell auf 123500 Euro, wobei die Finanzierung aus der Ausgleichsabgabe erfolge. Dieses Projekt sei ein effektiver Beitrag zum Hochwasserschutz und diene der Vielfalt der Natur sowie der Verbesserung des Naherholungsraumes, so Apell.

Anfangs stelle sich dieses Hochwasserschutzprojekt als offene Wunde dar, die aber nach und nach von der Natur „vereinnahmt“ werde. Das erste Schriftstück zu diesem Projekt sei eine Skizze „Naturerlebnisraum Wildaue“ durch den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und den Naturschutzbund Deutschland mit Datum vom 20. Februar 2004 gewesen.

Am 7. November 2005 habe der Magistrat der Stadt Biedenkopf der Vereinbarung mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Übertragung der städtischen Grundstücke in das Projekt „Naturerlebnis Wildaue“ zugestimmt. Insgesamt habe die Stadt 24 Grundstücke mit einer Fläche von 3,78 Hektar in dieses Projekt eingebracht.

Das Hauptbett der Furkation beginne nordwestlich unterhalb des temporären Lahnsteges, verlaufe auf einer Länge von etwa 410 Metern durch die Talaue und münde südöstlich in die Lahn. Es sei ein Meilenstein für Hochwasserschutz und Ökologie, betonte Apell.

Hartmut Klingelhöfer vom Städtischen Bauamt Biedenkopf berichtete, dass die Federführung dieser Bauarbeiten beim Unterhaltungsverband Obere Lahn liege. Die anfallenden Bodenmassen, vermutlich überwiegend Lahnkies mit einem Volumen von etwa 2200 Kubikmetern, würden entlang des Hauptgerinnes seitlich als Geschiebedepot aufgeschichtet, bei Hochwasser „mitgenommen“ und in der Lahn abgelagert. Mit diesem Eingriff werde die Gewässersohle der Lahn hochgehalten und damit vermieden, dass sich die Lahn weiter eingrabe. Bürgermeister Joachim Thiemig betonte, dass in der Talaue ein wertvoller ökologischer Bereich entsteht, der der Stadt Biedenkopf gut zu Gesicht stehe. Die Stadt Biedenkopf betreibe seit Jahren Hochwasserschutzpolitik und habe deshalb unter anderem vor etwa 20 Jahren den Perfstausee angelegt.

Schneider (BUND) betonte, dass ein langer Prozess jetzt zu einem Finale führe. Die Renaturierung der Lahn werde durch extensive Beweidung in ganzjähriger Freilandhaltung von Norwegerpferden aber auch durch das Rote Höhenvieh sichergestellt.

Krüger betonte, dass der Kreis dieses Projekt gerne aufgenommen habe, wobei zur Verwirklichung zuerst die Eigentumsverhältnisse der Grundstücke und deren Übernahme geregelt werden mussten. zuvor sei auch die Beweidungsart sicherzustellen gewesen. Eine Eingrenzung mit einem Zaun sei bereits erfolgt und auch Unterstände für das Vieh bereits erstellt.

von Klaus Peter

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