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Übertragung der alten Schule zögert sich hinaus

Rodenhausen Übertragung der alten Schule zögert sich hinaus

Ein Fachmann des Denkmalschutzes soll die Kosten der Sanierung des alten Schulgebäudes im Lohraer Ortsteil ermitteln. Erst danach wollen die Gemeindevertreter eine Entscheidung treffen.

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Über die Zukunft des alten Schulgebäudes in Rodenhausen wird zurzeit in den Lohraer Gemeindegremien diskutiert.

Quelle: Gianfranco Fain

Rodenhausen. Der Tagesordnungspunkt „Übertragung der ,Alten Schule' Rodenhausen auf den Förderverein" war der am längsten diskutierte während der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Lohra am Dienstagabend. Kein Wunder, lagen zu diesem doch zwei Anträge vor. Und in diesen spiegeln sich die unterschiedlichen Haltungen der CDU und SPD sowie der anderen Parlamentsfraktionen BfB und FWG wider.
Aus CDU-Sicht wird die Übertragung des Gebäudes zum Bilanzwert, der einen Euro beträgt, an den Förderverein vorgeschlagen, aus SPD-Sicht sollen sich die Überlassungsbedingungen an dem Vorgehen beim „Alten Rathaus“ in Lohra orientieren.

Dem Eingang der Anträge entsprechend begründete Fraktionsvorsitzender Werner Waßmuth vor 12 Zuhörern das Ansinnen der Christdemokraten. Wie in anderen Ortsteilen, Waßmuth nannte Lohra mit dem ehemaligen Rathaus, Damm mit dem Naturkundehaus, Altenvers mit dem Hirtenhaus und der Hufeisenkirche, Weipoltshausen mit der Heimatstube und Kirchvers mit dem Waldschwimmbad, wollten die Rodenhäuser die alte Schule für die dörfliche Kultur erhalten und darin ihre Heimatgeschichte dokumentieren. Es sei wichtig, dass kleine Kulturzentren entstehen. In Rodenhausen könnte dies auch ein Anlaufziel von Wanderern auf der „Postraubroute“ werden, ergänzte Waßmuth.

Fraktionsvorsitzender Kurt Schwald erklärte die Beweggründe der SPD. Deren Antrag lasse dem Gemeindevorstand und dem Förderverein Spielraum und Zeit, die benötigt würden. Er verwies auf die schlechte Haushaltslage der Gemeinde. Die Finanzen müssten konsolidiert werden, allerdings wolle man weg von den rund 35.000 Euro Kaufpreis, die bisher im Raum stehen, zu einer realistischen Zahl. Er lobte das „vorzeigefähige Engagement“ der Rodenhäuser und sicherte die Unterstützung der SPD bei einer Veräußerung zu.

Zuvor hatte Bürgermeister Georg Gaul erklärt, dass es in der vergangenen Woche ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Fördervereins und der Denkmalschutzbehörde gab. Darin sei man übereingekommen, durch einen Fachmann der Behörde das Gebäude bewerten sowie Struktur und Sanierungsbedarf feststellen zu lassen. Dies, so Gaul, solle auch geschehen, damit der Förderverein wisse, was auf ihn zukommt.

Der Vorsitzende Hans-Walter Bopper durfte den Standpunkt des Fördervereins darstellen. Er verwies darauf, dass das vom Verein gesammelte Geld zweckgebunden für die Sanierung zur Verfügung gestellt wurde. Somit verfüge der Verein über kein Geld zum Kauf des Gebäudes und möchte es deshalb für einen Euro übernehmen. Man sei auch bereit, die Sirene auf dem Dach zu belassen, wodurch die Gemeinde die Kosten für die Umsetzung sparen würde. Insgesamt hofft Bopper auf einen Kompromiss.

Gegenüber der OP erklärte Bopper, dass der Verein zur Absprache mit dem Bürgermeister steht, sich aber natürlich freuen würde, wenn das Gebäude sofort für einen Euro den Besitzer wechseln würde. Dies forderten auch andere Mitglieder des Fördervereins und Waßmuth für die CDU. Dann könne der Verein schon Fördergeld beantragen, bevor die Töpfe für dieses Jahr leer seien, argumentierte Waßmuth, der bezweifelt, dass die Entscheidung wie jetzt vorgesehen im August fallen kann. Die Vereinsmitglieder, mittlerweile sind es insgesamt 30, wiesen darauf hin, dass sie loslegen wollen und eine negative Auswirkung auf die Motivation fürchten, wenn sich die Entscheidung noch länger hinauszögern würde.

Norbert Nolting (BfB) sieht hingegen keine Eilbedürftigkeit, durch die Bewertung könne sich einiges zugunsten des Vereins verschieben. Eine Rückgabe wie im CDU-Antrag vorgesehen, sei jedoch nicht so einfach möglich, wenn der Verein, wie vorgeschlagen, das Gebäude zurückgibt, falls die Kosten zu hoch würden. Bopper verdeutlichte nochmals, dass der Verein die Last der Sanierung in Eigenarbeit schultern werde. „Davon bin ich felsenfest überzeugt, egal was auf uns zukommt“, sagte der Vereinsvorsitzende.

Nach der Abstimmung ergeben sich folgende Beschluss-Empfehlungen für die Gemeindevertretung: Die Ablehnung des CDU-Antrags bei 3 Ja-, 3 Neinstimmen und einer Enthaltung, die Annahme des SPD-Antrags bei 5 Ja-, 3 Neinstimmen und einer Enthaltung.

Am Donnerstagabend berät auch der Haupt- und Finanzausschuss über dieses Thema. Beginn ist um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

von Gianfranco Fain

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