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Verlässlich, geradlinig, menschlich

Uni-Klinikum Verlässlich, geradlinig, menschlich

Ein solches Jubiläum hat Seltenheitswert: Heinz Gärtner, der Personaldezernent des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), hat vor 50 Jahren seinen Dienst an der damaligen Universitätsklinik angetreten.

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Dr. Doris Benz (linkes Bild) und Professor Dr. Jochen A. Werner (rechtes Bild) gratulieren für die Klinikleitung; Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher überreichte ein Geschenk an Heinz Gärtner (mittleres Bild).

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Als „gelernten Bürokraten“ bezeichnet sich Heinz Gärtner, seit vergangenen Samstag 65 Jahre alt, gern selbst, berichtete die kaufmännische Direktorin Dr. Doris Benz auf der Feierstunde am Montag vor gut 100 Gästen und fügte hinzu: „Aber er ist überhaupt nicht bürokratisch.“ Und der ärztliche Direktor Professor Dr. Jochen A. Werner bezog sich auf den großen amerikanischen Industriellen Henry Ford, um den Jubilar zu kennzeichnen: „Das Geheimnis des Erfolgs ist es, den Standpunkt des anderen zu verstehen.“

Auch Professor Matthias Rothmund, der Dekan des Fachbereichs Medizin, hatte nur lobende Worte für Gärtner: verlässlich, geradlinig und menschlich sei der Personalchef, sagte Rothmund und fügte hinzu: „Heinz Gärtner betrachtet die Mitarbeiter des Uniklinikums nie als Humankapital, sondern sieht die menschliche Seite.“

Wer wollte, sah dies als Anspielung auf die gegenwärtige Diskussion um den Stellenabbau am UKGM – aber an diesem Vormittag ging es vor allem um Gärtner.

So lobte die Betriebsratssvorsitzende am UKGM-Standort Marburg, Bettina Böttcher, den 65-Jährigen als „verlässlichen Partner“ auch in Zeiten schnellen Personalwechsels in der Geschäftsführung des UKGM. Auch die Kollegen aus der Personalabteilung machten in ­ihren Beiträgen ihre hohe Wertschätzung für Heinz Gärtner deutlich.

Er selbst sprach in seiner Dankesrede das „Spannungsfeld zwischen den engen rechtlichen Vorgaben und ständig wachsenden Ansprüchen eines hochmodernen Dienstleistungszentrums“ an und gab seinem Arbeitgeber mit auf den Weg: „Das Klinikum lebt von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieses Ziel zu fördern und dabei den Mensch nicht aus dem Blick zu verlieren, war stets mein Ziel“.

Langanhaltender stehender Applaus zeigte die Wertschätzung für den Jubilar, der am 2. April 1962 als Lehrling bei der Klinikverwaltung begonnen hatte – damals für einen Monatslohn von 75 D-Mark. Nach ­Ausbildung und Grundwehrdienst meldete der damalige stellvertretende Personalchef Hermann Battenberg den ­jungen Gärtner ohne dessen Wissen zur Ausbildung für den mittleren Verwaltungsfachdienst an.

1974 beendete Heinz Gärtner dann auch erfolgreich den gehobenen Verwaltungfachdienst, 1988 wurde ihm die Personalleitung im Klinikum übertragen. Seit der Umwandlung des Universitätsklinikums in eine Anstalt Öffentlichen Rechts im Jahr 2001 ruht das Arbeitsverhältnis von Heinz Gärtner mit dem Land Hessen. Dennoch ließ Ministerpräsident Volker Bouffier eine Urkunde überreichen, die für 50 Jahre im Beamtenverhältnis dankt.

Ende dieses Monats tritt Gärtner in den Ruhestand – aber er hat der Klinikleitung versprochen, in diesen „stürmischen Zeiten“ auf Honorarbasis bis zum Jahresende weiterzumachen. Und wer weiß, vielleicht verlängert er auch noch einmal.

von Till Conrad

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