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Uni-Klinikum erwirtschaftet Rekord-Gewinn

Bilanz Uni-Klinikum erwirtschaftet Rekord-Gewinn

Die Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) GmbH hat im Jahr 2011 so erfolgreich gewirtschaftet wie nie zuvor. Mit einem Plus von 15,2 Millionen Euro schließen die privatisierten Klinika das Jahr ab. Eine Steigerung um 80 Prozent oder umgerechnet 6,9 Millionen Euro gegenüber 2010.

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Marburg. „Das ist ein Gewinn nach Steuern“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Spies. „Unter diesen Bedingungen ist der angedrohte Personalabbau eine echte Unverschämtheit.“

Die Zahlen sind umso erstaunlicher, da das UKGM noch Anfang Februar, als der Gesamtkonzern seine vorläufigen Geschäftszahlen für das vergangenen Jahr veröffentlichte, sich auch auf Nachfrage der OP nicht in der Lage sah, genaue Auskünfte für die Standorte Marburg und Gießen zu geben. Die Rhön AG schloss 2011 mit einem Konzerngewinn von 160 Millionen Euro ab – ein Plus im Vergleich zu 2010 von 11,0 Prozent. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,0 Prozent auf 2,63 Milliarden Euro (die OP berichtete).

Für Thomas Spies, stellvertretender Fraktionschef der Landes-SPD, ist die Antwort auf die erst auf Nachfrage im Landtag bestätigten Zahlen klar. „Seit wir vom drohenden Personalabbau wissen, wird klar, warum dieser Gewinn – bezahlt vom Personal und den Patienten – schamhaft verschwiegen werden sollte“, sagt er. Denn, wie die Rhön-Klinikum AG im Februar mitgeteilt hatte, stiegen im vergangenen Jahr nicht nur die Bilanz- sondern auch die Patientenzahlen: In den Kliniken der Gruppe wurden im vergangenen Jahr 2,28 Millionen Patienten behandelt – 11,5 Prozent mehr als noch 2010. Die Diskussion um die drohende Stellenstreichung am UKGM bekäme so eine völlig neue Qualität, so der Marburger Politiker.

Die hessische Landesregierung hat am Donnerstag nun zwei Mediatoren benannt, die im Streit um den Stellenabbau zwischen der Rhön-Klinikum AG, der Belegschaft und dem Land sowie den beiden Universitäten das zerstörte Vertrauen wiederherstellen sollen: Der frühere CDU-Bundesminister Friedrich Bohl (67) sowie der frühere hessische FDP-Wissenschaftsminister Wolfgang Gerhardt (68). Beide seien hoch geachtet und allgemein anerkannt, begründete Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann ihre Wahl.

UKGM-Aufsichtsrat nimmt Stellung zu Vorwürfen

Unterdessen liegt auch eine offizielle Erklärung des Aufsichtsrates vor, der am Mittwoch in Gießen tagte. Darin heißt es, der Aufsichtsrat habe die aktuelle wirtschaftliche Lage des UKGM intensiv beraten und zur Kenntnis genommen, dass es keine konkreten Pläne zum Abbau von 500 Stellen gäbe. Der Rat hat „die Geschäftsführung beauftragt, bis zur nächsten regulären Aufsichtsratssitzung am 22. März konkrete Umsetzungskonzepte – zu denen auch Betriebs- und Prozessüberprüfungen gehören – zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage vorzulegen.“

Das geforderte Konzept sei derzeit das Allerwichtigste, sagte Marita Kruckewitt von der Gewerkschaft Verdi, die selbst im Aufsichtsrat sitzt: „Wir wollen wissen, wie die Strukturmaßnahmen aussehen und wie die Ablauforganisation geplant ist“, sagt Kruckewitt.

von Carsten Bergmann und Katharina Kaufmann

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