Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Rätselraten um UKGM-Zukunft

Widerstand am linikum Rätselraten um UKGM-Zukunft

Die Sondersitzung im Hessischen Landtag zum Uniklinikum hat keine Klarheit über die Zukunft gebracht. Im Gegenteil: Regierung und Opposition sind sich über das Vorgehen völlig uneins.

Marburg. Was bedeutet nun die gescheiterte Übernahme der Rhön AG durch Klinikgiganten Fresenius für das Uniklinik Marburg-Gießen? Die Antwort: Nichts Genaues weiß man nicht.

Die hessische Landesregierung hat vorerst keine Einflussmöglichkeiten auf einen neuen Anlauf. „Bei all diesen Diskussionen ist das Land nicht beteiligt und auch nicht eingebunden“, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bei einer Sondersitzung des Wissenschaftsausschusses gestern in Wiesbaden. Dennoch gebe es weiterhin die Möglichkeit eines neuen Angebotes, so die Ministerin.

In den vergangenen Monaten war vor allem der mögliche Stellenabbau am UKGM Thema. „Seitens der Landesregierung hat das niemand akzeptiert“, betonte die Ministerin. Allerdings könne Rhön das Land überstimmen, solange es sich bei den Arbeitsplätzen nicht um die von Ärzten oder Pflegern handelt.

„Ich bleibe dabei, ich hätte mir eine Übernahme durch Fresenius gewünscht. Sie hätte uns Optionen gegeben und daraus habe ich keinen Hehl gemacht“, erklärte Kühne-Hörmann darüber hinaus. Nun gehe es für die Landesregierung um den Vollzug des Vertrages mit Rhön. „Es werden weitere Gespräche mit Rhön geführt werden. Wir erwarten eine größtmögliche Stellentransparenz“, erklärte denn auch Michael Bußer, Sprecher der hessischen Landesregierung, gegenüber der OP. Zudem stellte er klar, dass Ministerpräsident Volker Bouffier während einer Pressekonferenz am Dienstag aus einer Vereinbarung von März zitiert hatte. „Darin heißt es, dass die beiden ärztlichen Leiter des UKGM den Abbau von 236 Stellen für vertretbar halten. Dieser Meinung hat sich der Ministerpräsident angeschlossen“, so Bußer.

Das Auftreten der Regierung stellt für SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Spies den besten Beweis für die völlige Hilflosigkeit dar. „Die Ministerin hat keine Alternativen, setzt voll auf Rhön und wirkt ziemlich verzweifelt“, sagt der Marburger. Kordula Schulze-Asche (Grüne) schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Landesregierung hat offenbar weder kurz- noch mittelfristig Ziele über die Zukunft für das Klinikum“, sagt sie und ergänzt, dieses Verhalten trage nicht dazu bei, die Menschen zu beruhigen.

von Carsten Bergmann, Katharina Kaufmann und unserer Agentur

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland