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McKinsey will „ergebnisoffen“ untersuchen

Universitätsklinikum McKinsey will „ergebnisoffen“ untersuchen

Die Unternehmensberatung McKinsey geht ohne ein vorgefertigtes Konzept in die Untersuchung der Abläufe beim Universitätsklinikmum Gießen und Marburg (UKGM).

Marburg. Wie Kai Peter Rath, der Leiter Kommunikation von McKinsey, der OP am Freitag berichtete, wolle man „ergebnisoffen“ untersuchen, wie die wirtschaftliche Lage am UKGM verbessert werden kann, ohne in die medizinische Versorgung und ohne in die Belange von Forschung und Lehre einzugreifen. „Am Ende dieses Prozesses muss nicht zwangsläufig die Erkenntnis stehen, dass man mit weniger Leuten auskommt“, sagte Rath.

Einsparungen könnten auch durch Prozessoptimierungen oder weniger Materialkosten erzielt werden. Etwa im Oktober will McKinsey dann seinen Vorschlag auf den Tisch legen, damit die Geschäftsleitung „mit allen Beteiligten darüber reden“ kann, sagte Rath.

Die Vertrauensleute von Verdi wandten sich unterdessen noch einmal öffentlich gegen die Unterscheidung von „patientenfernen“ und „patientennahen“ Bereichen. „In einem funktionierenden Krankenhaus gibt es keine patientenfernen Bereiche“, schreiben die Vertrauensleute in einem Flugblatt. Patientenfern sei ein Management, das lediglich auf die Bedienung von Renditeerwartungen getrimmt ist, heißt es weiter. Outsourcing sei keine Lösung, und am Personal dürfe nicht gespart werden. Die Geschäftsleitung hatte auf einer Betriebsversammlung Kürzungen vor allem im Bereich der Wäscherei, der Reinigung und der Verwaltung angedeutet.

Der öffentliche Protest gegen Stellenstreichungspläne und für den Rückkauf des Klinikums geht unterdessen weiter.

Im achten „gesundheitspolitischen Montagsgebet“ am Montag, 13. August, ab 18 Uhr in der Elisabethkirche spricht Professor Dr. Andreas Neubauer, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie am UKGM, „zur Sache“. Die geistliche Betrachtung und ethische Orientierung in Meditation und Gebet von kirchlicher Seite übernimmt Pfarrerin. Christiane Kunkel.

Im Anschluss an das Montagsgebet besteht wieder die Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion und Meinungsbildung im Seitenschiff der Elisabethkirche.

Der DGB Marburg-Biedenkopf wird am Dienstag, 14. August, von 16 bis 18 Uhr vor dem Cineplex unter dem Motto „Beschäftigte des Universitätsklinikums Gießen Marburg (UKGM) würfeln um ihre Zukunft“ auf die Situation aufmerksam machen. Das teilte DGB-Sekretär Ulf Immelt mit. Die Aktion besteht aus zwei Stellwänden mit Plakaten mit Motiven zu den Arbeitsbedingungen am Uniklinikum und einem großem Würfel, mit dem Passanten in die Rolle von Beschäftigten des UKGM schlüpfen können und um ihre Zukunft (unbefristeter Arbeitsvertrag, Befristung, Entlassung, Leiharbeit) würfeln können.

„Auf diese Weise wollen wir auf die Unsicherheit der Arbeitsplätze und die Zukunftsängste der Beschäftigten aufmerksam machen“, sagte Immelt.

von Till Conrad

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