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Breite Front gegen UKGM-Streichliste

Uniklinikum Breite Front gegen UKGM-Streichliste

Die Verunsicherung bei den Beschäftigten des Uniklinikums Gießen/Marburg (UKGM) ist groß. Am Montagabend hat es von der Geschäftsführung keine Aussagen zum geplanten Stellenabbau gegeben.

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Notfall am Uniklinikum: Ein Rettungswagen bringt einen Patienten zur Notaufnahme.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wie soll es künftig weiter gehen? Welche Stellen werden abgebaut? Bin ich betroffen? Diese Fragen brennen den 9.700 Angestellten des UKGM unter den Nägeln. Antworten sind die Verantwortlichen bis jetzt schuldig geblieben. Umso größer ist die Anspannung vor der heutigen Betriebsversammlung, zu der der Betriebsrat nach Marburg geladen hat. Vorsitzende Bettina Böttcher die hat die Einladung auch an die Geschäftsführung mit Dr. Irmgard Stippler und Dr. Doris Benz gerichtet. Zumindest eine Absage gab es bisher von dieser Stelle nicht.

„Es ist perfide zu behaupten, den hohen Krankenstand der Mitarbeiter und die Überstunden abbauen zu wollen, und dann Arbeitsplätze zu streichen“, klagt Bettina Böttcher und bemängelt die Wege, wie die Mitarbeiter bislang informiert wurden. Entweder geschah das per Intranet seitens des Betriebsrates oder durch die Medien. „Die Basis muss doch wissen, was passiert.“

Was die Klinikdirektoren von den Stellenstreichungen halten, das haben die beiden Sprecher Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Howaldt und Professor Dr. Hinnerk Wulf in einem Brief an den Aufsichtsrat formuliert. Sie heben die Leistungen der Angestellten hervor, die für eine ökonomische Größenordnung sorgten, die die beiden Direktoren als großen Erfolg werten. Darum bitten Howaldt und Wulf, „einen Personalabbau zu verhindern, der die Qualität und Sicherheit der medizinischen Versorgung nachhaltig zerstört.“ Wenn kurzfristig qualifizierte Mitarbeiter freigesetzt würden, könne man mittelfristig diese nur schwer wieder für Leistungssteigerungen rekrutieren, heißt es in dem internen Schreiben, das der OP exklusiv vorliegt. Die Direktoren stärken darüber hinaus die aktuelle Geschäftsführung: „Sprechen Sie neben den ärztlichen Vertretern auch Frau Dr. Stippler, Frau Dr. Benz und Herrn Dr. Höftberger ihr Vertrauen aus.“

Für Dirk Gehrke, Gesamtbetriebsratsvorsitzender, kommen solche klaren Worte überraschend: „Das ist einmalig, dass alle Direktoren so eng zusammen stehen. Ein deutliches Zeichen“, sagt er.

Bettina Böttcher freut sich, über die Unterstützung der Direktoren. Die Solidarität, die den Mitarbeitern zuteil werde, sei besonders. „Ob Politik, Patienten oder Privatleute – ich kann mich nur bedanken und hoffen, dass diese Unterstützung anhält“, sagt sie. Denn klar sei: „Die Geschäftsführung will die Situation aussitzen. Aber nicht mit uns.“

Der Gegenwind für die Rhön AG ist stark. Die Gewerkschaft Verdi plant einige Veranstaltungen, um gegen die Streichung von 500 Stellen zu demonstrieren. Morgen ist eine Kundgebung zur Aufsichtsratssitzung in Gießen geplant (15 Uhr). Morgens debattiert derweil der Landtag in Wiesbaden über die Pläne der Rhön AG. Am Donnerstag soll auf Initiative von NotRuf 113 und Helga Scherer ein Bündnis zum Erhalt der Stellen am Uniklinikum gegründet werden. Marita Kruckewitt (Verdi) bringt es auf den Punkt: „Der Arbeitgeber muss endlich mit belastbaren Zahlen und einem strategischen Konzept herausrücken, damit das UKGM in eine sichere und ruhige Zukunft ohne weiteren Arbeitsplatzabbau gehen kann.“

von Carsten Bergmann

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