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Überraschung: Kisch macht‘s

Parlamentsvorsitzender Überraschung: Kisch macht‘s

Trotz gegenteiliger Aussagen im Vorfeld fand sich bei der Gemeindevertretersitzung doch und überraschend schnell ein Kandidat für den vakanten Posten des Vorsitzenden des Gemeindeparlaments.

Reimershausen. Auf Vorschlag von Harald Rink stellte sich sein BfB-Mitstreiter Hans-Wilhelm Kisch am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Reimershausen überraschend zur Wahl als Vorsitzender der Gemeindevertretung, die auf Antrag eines Gemeindevertreters geheim abgehalten wurde. Das Ergebnis lautete 18 Ja-, bei 4 Neinstimmen und 6 Enthaltungen. „Eine gute Wahl“, betonte Hermann Schorge (SPD) gegenüber der OP.

Schorge wäre der Kandidat der Sozialdemokraten gewesen. Die Genossen stellen in der Gemeindevertretung Lohras die größte Fraktion und wollten dem parlamentarischen Usus folgend das Vorschlagsrecht ausüben. Da sich jedoch schon in den Vorgesprächen keine Mehrheit für den Kandidaten der Genossen andeutete, bekräftigte Fraktionsvorsitzender Kurt Schwald, dass die SPD ihren Kandidaten nicht nominiere, da dieser nicht die Aussicht auf „20 Stimmen Plus“ habe und auch keinen „nachschieben“ werde.

Die CDU hatte Schorge als nicht tragbar erklärt. Dem Sozialdemokraten wird angelastetet, gegen eine Parlamentsentscheidung vor dem Verwaltungsgericht vorgegangen zu sein und auch den Rücktritt des Vorsitzenden Manfred Gerhardt ausgelöst zu haben. Schorge fühlte sich ungerecht behandelt, weil er in der Diskussion um den Trägervertrag der Kindertagesstätte Lohra mit der evangelischen Kirche während der Sitzung am 23. August seine Änderungsanträge nicht alle vortragen durfte und legte Einspruch gegen die Entscheidung ein. Bei der erneuten Behandlung der Beratung und Abstimmung in einer ebenfalls emotionalen Sitzung kündigte Gerhardt nach einer gegen Gerhardt gerichteten Erklärung des Gemeindevorstands durch Bürgermeister Georg Gaul seinen Rücktritt an (die OP berichtete).

Das war die Ursache für die Wahl eines neuen Vorsitzenden, für den die CDU aber auch keinen Kandidaten stellen wollte und die BfB - Rink und Kisch hatten abgewinkt - vorschlug, vorläufig mit den Stellvertretern weiterzumachen, die sich dadurch „Empfehlen“ könnten .

Den plötzlichen Sinneswandel begründete Kisch auf Anfrage der OP damit, dass er während der Fraktionssitzung am Mittwochabend bedrängt worden sei, sich zur Wahl zu stellen, damit der Bevölkerung Lohras ein einheitliches Bild geboten werde. „Ich hoffe, dass uns jetzt ein Neubeginn gelingt“, sagte Kisch nach der Sitzung.

von Gianfranco Fain

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