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Hinterland Übernahme-Poker lässt Gewinne schrumpfen
Landkreis Hinterland Übernahme-Poker lässt Gewinne schrumpfen
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10:15 02.08.2012
Rhön-Kliikum AG: Das Uniklinikum Marburg hat weniger erwirtschaftet als erhofft. 
Marburg

Folge der Talfahrt: Der private Klinikbetreiber senkt seine Gewinnerwartung von 145 Millionen auf nur noch 117 Millionen Euro. Beim Umsatz rechnet Rhön-Chef Wolfgang Pföhler weiterhin mit 2,85 Milliarden Euro. Als Gründe für die abgesenkte Prognose wurden Schwierigkeiten bei der Uniklinik Gießen Marburg (UKGM) und die Kosten für die gescheiterte Übernahme durch Marktführer Fresenius genannt, teilte der MDax-Konzern mit.

Beim Uniklinikum Gießen Marburg habe sich die Neuordnung beträchtlich verzögert. Das operative Ergebnis der hessischen Klinik werde deshalb im Geschäftsjahr 2012 voraussichtlich mit rund 20 Millionen Euro belastet sein. Zudem machten die höheren Personalkosten im Krankenhaussektor dem Klinikbetreiber aus der Rhön zu schaffen.

Bei der geplanten Übernahme durch Fresenius sei ein einstelliger Millionenbetrag für Berater ausgegeben worden.

Die Aktie der Rhön-Klinikum AG verlor nach dieser Nachricht prompt. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 2,16 Prozent, der Wert des Papiers beträgt 17,47 Euro. Analysten halten jedoch trotzdem an ihrer Kaufempfehlung fest. „Rhön-Klinikum ist weiter ein unterbewertetes Unternehmen“, heißt es.

„Im Zuge des Übernahme-Angebots sind Gespräche um das UKGM entschleunigt worden“, sagt Rhön-Sprecher Max Müller auf OP-Anfrage. Drei Fakten haben Mehrkosten für die Rhön AG gefordert.

  • Für Investment-Banken, Rechtsanwälte und Berater gab das Unternehmen bisher einen einstelligen Millionen-Betrag aus. „Alle finanziellen Folgen des Übernahmeangebots von Fresenius sind derzeit noch nicht absehbar .“
  • Personalkosten rangieren nach Tarifabschlüssen am oberen Kalkulationsrahmen.
  • Die gescheiterte Übernahme und damit die Umstrukturierung des UKGM.

Aus Klinikkreisen war zu vernehmen, dass die Patienten grundsätzlich zufrieden mit den Leistungen seien, die Fallzahlen entsprechend gestiegen seien. Im Umkehrschluss seien durch staatliche Vorgaben die Zuschüsse niedriger. Im Klartext: Zwar lassen sich am UKGM immer mehr Menschen behandeln, die Leistungsabschläge sinken hingegen um bis zu 70 Prozent.

Bei den Mitarbeitern bedeuten diesen Zahlen vor allem eines: eine steigende Nervosität. 236 Stellen laut Geschäftsführung sollen bereits abgebaut werden. Die große Frage nun : Wenn die Gewinne nun weniger werden, müssen mehr Mitarbeiter gehen?

von Carsten Bergmann und unserer Agentur