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Hinterland Trockner arbeiten auf Hochtouren
Landkreis Hinterland Trockner arbeiten auf Hochtouren
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06:16 15.04.2012
Hinter diesen Fenstern platzte Anfang Februar eine Kaltwasserleitung. Die Räume im Dorfgemeinschaftshaus sowie im Feuerwehr-Anbau standen unter Wasser. Quelle: Hartmut Berge

Runzhausen. Gladenbachs Bauamtsleiter Ulrich Weber gab sich noch im Februar optimistisch, dass die Arbeiten Ende April abgeschlossen sein könnten. Damals ging er noch davon aus, dass die von der Versicherung beauftragte Trocknungsfirma zügig anrücken würde. Doch deren Einsatz verzögerte sich. „Die hatten wohl viel zu tun. Nach dem harten Winter gab‘s einige Wasserschäden“, erklärt er. Wenn alles optimal verlaufe, könnten die Arbeiten Anfang Mai abgeschlossen sein, sagt er, gibt aber zu bedenken, dass es jede Menge Unwägbarkeiten gebe.

Wie war es zu dem Schaden gekommen? In der Küche des Gebäudes verlief eine Kaltwasserleitung am Fenstersturz entlang in einem Gipskartonkasten. Weil der Dachraum schlecht gedämmt war, drang während der jüngsten langen Frostperiode Kaltluft in den Kasten ein. Das Wasser in der nicht sonderlich gut isolierten alten Leitung fror, dehnte sich aus und brachte die Leitung zum Platzen. So lief in kurzer Zeit relativ viel Wasser unter der Wandverkleidung in der Küche Richtung Boden, von dort in den großen und kleinen Saal des Gebäudes, versickerte teilweise unter den PVC-Fußboden, suchte sich seinen Weg weiter in den Anbau der Feuerwehr und floss aus einer Nebentür ins Freie. Nachbarn berichten, dass sich vor der Tür auf der Treppe ein fast 40 Zentimeter dicker Eisblock gebildet hatte. Die obere Treppenstufe fror los. Laut Feuerwehrleuten stand das Wasser in ihren Räumen vier Zentimeter hoch. Nicht besser sah es in den Räumen des Dorfgemeinschaftshauses aus. Entdeckt wurde der Schaden von einer Erzieherin, die kurz vor 8 Uhr ihr Auto in der Nähe geparkt hatte, um im angrenzenden Kindergarten ihren Dienst anzutreten. Bauhofmitarbeiter saugten das Wasser ab, auch eine Reinigungsfirma kam zum Einsatz. Ein von der Versicherung beauftragter Gutachter nahm den Schaden auf. Eine Trocknungsfirma setzte dann Entfeuchter ein, um die Wände trockenzulegen. In der Küche musste die Wandverkleidung entfernt werden, um auch an die Feuchtigkeit heranzukommen, die sich im Gipskarton gesammelt hatte. Und vorher musste die Küche komplett ausgeräumt werden.

„Der Fußboden wurde an einigen Stellen bis in den Estrich aufgebohrt und dort Warmluft hinein geblasen“, beschreibt der Baumatleiter die Vorgehensweise der Fachfirma.

Wenn dies alles erledigt sei, müsse man hoffen, dass der PVC nicht durch Restfeuchte hochgedrückt werde. Doch auch die Behebung eines solchen nicht ganz auszuschließenden Folgeschadens würde durch die Versicherung abgedeckt.

Um dies zu vermeiden sei das ordentliche Entfeuchten von großer Bedeutung, erläutert Ulrich. Teilweise seien die nötigen Trockenwerte bereits erreicht, aber noch nicht überall. Deshalb sind nach wie vor Entfeuchter im Einsatz. Das Rohrstück im betreffenden Kasten ist zwar erneuert, damit es beim nächsten Dauerfrost nicht wieder zu einem Schaden komme, wird die Stadt nun auf eigene Kosten die Wasserleitung in diesem Teil der Küche isolieren. Im Zuge der Arbeiten soll auch ein Heizkörper versetzt werden, der etwas ungünstig platziert ist. Wegen des großen Aufbruchs in der Küche sollen nun dort die einfach verglasten Fenster gegen energiesparende ausgetauscht werden.

von Hartmut Berge