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Trauer um früheren Volksbank-Direktor

Nachruf Trauer um früheren Volksbank-Direktor

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Marburger Volksbank, Albert Frettlöh, starb vergangene Woche im Alter von 85 Jahren.

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Von seinem Garten aus genoss Albert Frettlöh einen herrlichen Blick auf das Landgrafenschloss. Archivfoto: Christoph Linne

Marburg. Albert Frettlöh hat sich der Volksbank Mittelhessen und deren Vorgängerinstituten mehr als 40 Jahre seines Berufslebens mit großem Engagement gewidmet. Kurz vor seinem 75. Geburtstag sagte Frettlöh vor zehn Jahren im OP-Gespräch: „Ich habe meinen Beruf sehr lange ausgeübt. Sicher ist es eine Zäsur, wenn man aus einer verantwortlichen Position ausscheidet. Doch ich bin heute wie damals rundum zufrieden.“ Damals, da gelang dem Diplom-Volkswirt Frettlöh, eine unvergleichliche Laufbahn. Als Kreditsachbearbeiter trat er 1951 seinen Dienst bei der Marburger Volksbank an, schon drei Jahre später wurde er in den Vorstand berufen - mit 26 Jahren.

Von 1956 bis 1992 lenkte er die Geschicke des genossenschaftlichen Geldinstituts als Vorsitzender des Vorstands. Maßgeblich war Frettlöh in diesen Jahren an der expansiven Entwicklung der Bank beteiligt: Betrug die Bilanzsumme bei Beginn seiner Bilderbuchkarriere noch 7,2 Millionen Mark, so stand 1991 die stolze Summe von 874,7 Millionen Mark im Geschäftsbericht zu Buche.

Dieser Erfolg trug ihm den Spitznamen „Mister Volksbank“ ein, der ihm nach eigenen Worten zwar schmeichelte, aber verkenne, dass Teamarbeit dafür nötig war. „Nicht nur der Vorstand ist wichtig. Es war die gemeinschaftliche Leistung umsichtiger Mitarbeiter“, sagte Albert Frettlöh. Fundiertes Wissen, unternehmerischer Weitblick und unermüdliche Schaffensfreude zeichneten den Mann an der Spitze der Volksbank in Marburg aus, sagen seine früheren Kollegen.

„Auch nach seiner Pensionierung hat Albert Frettlöh mit großem Interesse die Entwicklung der Volksbank Mittelhessen verfolgt“, erklären Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker und die weiteren Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Mittelhessen. Frettlöh war 2005 der erste, der Peter Hanker während der entscheidenden Mitgliederversammlung zu der mit überwältigender Mehrheit gebilligten Fusion der Marburger Bank und der Volksbank Gießen-Friedberg gratulierte.

.Nach seiner Pensionierung genoss der Vater und Großvater seinen Ruhestand mit seiner Ehefrau und bekleidete mehrere Ehrenämter.

Von den meisten trat Frettlöh aber in den letzten Jahren zurück. Sein persönliches Steckenpferd war die Geographie: „Ich kann mich stundenlang mit einem Atlas beschäftigen. So, wie andere ein Buch lesen", erzählte er. Reisen, Tanzen, Schwimmen und Wandern waren seine Hobbys.

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