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Hinterland Thome spricht beim Schreiben mit sich selbst
Landkreis Hinterland Thome spricht beim Schreiben mit sich selbst
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18:15 25.02.2015
Stephan Thome liest heute in Bad Laasphe und am Montag in Lahntal. Quelle: Heike Steiweg
Biedenkopf.

Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller in Lissabon. Mit seinem dritten Roman kommt der Autor zurück in die Heimat. Heute Abend gastiert er ab 19.30 Uhr im Haus des Gastes in Bad Laasphe, drei Tage später, am Montag, ab 20 Uhr im Kultur- und Begegnungszentrum Lahntal. Er liest aus seinem neuen Buch „Gegenspiel“.

Der Roman handelt von der Portugiesin Maria und ihrer drögen deutschen Ehe. Thome erzählt eine bekannte Geschichte neu: Lissabon nach der Nelkenrevolution, die Szene Hausbesetzer in Westberlin, die deutsche Provinz vor und nach der Wende. Die Kritiker lieben ihn vor allem dafür, dass er dem Kleinbürgertum einen Spiegel vorhält. 2009 kam Thomes Erstlingswerk „Grenzgang“ heraus, das das gleichnamige alle sieben Jahre stattfindende Biedenkopfer Volksfest zum Thema machte, wofür er den aspekte-Literaturpreis erhielt. Fünf Jahre später wurde die Verfilmung sogar mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Sein zweiter Roman „Fliehkräfte“ schaffte es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Während seine Romanfiguren den vagen Eindruck vermittelten, dass man sie kennt, versteckt sich der Autor Stephan Thome gern hinter seinen Werken. Über Persönliches spricht er ungern. Wir haben ihm trotzdem vier Fragen gestellt.

OP: Ihnen wird nachgesagt, dass Sie ein Spezialist für Durchschnittlichkeit sind. Was war das Verrückteste, das Sie je gemacht haben?

Stephan Thome: Im Alter von 23 Jahren für ein Jahr nach China zu gehen, obwohl ich weder das Land noch die Sprache kannte. Es war im Rückblick allerdings auch eine der klügsten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

OP: Sie können mit Stift und Papier beziehungsweise Computer und Drucker umgehen, können Sie auch einen Nagel in die Wand schlagen oder engagieren Sie lieber einen Handwerker?

Thome: Gegenfrage: Welcher Handwerker kommt, wenn man ihm am Telefon sagt, es gehe darum, einen Nagel in die Wand zu schlagen?

OP: Singen Sie gern unter der Dusche oder haben Sie eine andere „nette“ Marotte?

Thome: Ich rede beim Schreiben oft mit mir selbst und spiele die Interaktionen der Figuren sozusagen für mich nach, das kann bei kniffligen Dialogstellen helfen. Von außen mag es wie eine Marotte aussehen, aber beim Schreiben bin ich ja normalerweise unbeobachtet. Dass Menschen unter der Dusche singen, kommt übrigens im Fernsehen häufiger vor als im Leben.

OP: Macht Erfolg sexy?

Thome: Keine Ahnung.

von Silke Pfeifer-Sternke

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