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Therme soll am Markt platziert werden

Interview Therme soll am Markt platziert werden

Heute stellt Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer den neuen Betriebsleiter der Lahn-Dill-Bergland-Therme vor. Im Kurzinterview stellen er und Hans-Peter Vogelhofer das Konzept vor.

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Die Therme in Bad Endbach soll sich innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre auf dem Markt platziert haben.

Quelle: Archivfoto

OP: Heute wird die neue Thermenleitung vorgestellt. Die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG (DSBG) aus Herne soll die Lahn-Dill-Bergland-Therme betreiben, die Kommune soll aber ihren Einfluss auf den Eigenbetrieb behalten. Was versprechen Sie sich von dem Konzept?
Markus Schäfer: Die Konstellation ergibt sich zunächst daraus, dass wir die Lahn-Dill- Bergland-Therme nicht dauerhaft an einen externen Betreiber vergeben wollen, sondern über einen befristeten Zeitraum die Kompetenz der DSBG nutzen wollen. Die Markteinführung ist ja mit dem ersten Betriebsjahr noch nicht beendet. Wir erwarten von der Zusammenarbeit positive Effekte bei den Betriebsabläufen, im Bereich der Weiterbildung unserer Beschäftigten aber auch in besonderem Maße bei der Platzierung am Markt. Dabei liegt das Tagesgeschäft für die nächsten 2 Jahre im Zuständigkeitsbereich unseres Partners.

OP: Hans-Peter Vogelhofer ist Geschäftsführer der DSBG. Wie wird seine Präsenz in Bad Endbach geregelt sein?
Schäfer: Herr Vogelhofer wird regelmäßig persönlich in Bad Endbach sein um die Umsetzung der besprochenen Maßnahmen zu koordinieren und den Erfolg zu überprüfen. Es wird aber über seine Person hinaus ständig eine Führungskraft der DSBG vor Ort sein.

OP: Die DSBG sieht ein durchgängiges Konzept für die nächsten 3 Jahre vor. Ist dieser Zeitraum für die Bad Endbacher Therme richtig gewählt und warum?
Schäfer: Das Konzept des Unternehmens wurde ja zunächst vorgestellt und von der Betriebskommission und dem Gemeindevorstand verabschiedet. Aus unserer Sicht ist es sehr sinnvoll, denn wir haben uns ja vorgenommen, unsere Ziele hinsichtlich der Besucherzahlen und Einnahmen innerhalb dieses Zeitraums zu erreichen. Aber es bedeutet nicht, dass dieses Konzept nicht einem Prozess der Überprüfung und Veränderung unterliegt.

OP: In der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurde ein fehlendes Marketingkonzept der Therme moniert. Wie soll die DSBG ihre Konzepte zur Vermarktung realisieren, wenn die Gemeindekasse kostspielige Vermarktungsstrategien nicht zulässt?
Schäfer: Es ist unrealistisch, davon auszugehen, dass wir eine hundertprozentige Bekanntheit am Markt – also im Bereich der 45 bis 60 Autominuten um Bad Endbach – erreichen können und schon gar nicht innerhalb eines Jahres. Nicht alle Menschen lesen die Zeitung, hören Radio, achten auf Plakate, besuchen Messen oder fahren Bus. Wir haben zum Start der Therme große Beträge eingesetzt, um mit den angesprochenen Maßnahmen auf uns aufmerksam zu machen. Viele Menschen kennen die Lahn- Dill-Bergland-Therme bereits. Aus meiner Sicht sind wir auf einem guten Weg. Nun gilt es, dies gezielt auszubauen. Auch um das zu erreichen, wollen wir von der Erfahrung der DSBG profitieren. Und diese Erfahrung der DSBG sagt uns, dass das geplante Budget für Marketingmaßnahmen dazu richtig bemessen ist.

OP: Herr Vogelhofer, welche Vorteile bietet das Konzept der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG (DSBG) als Betreiber der Lahn-Dill-Bergland-Therme der Gemeinde?
Hans-Peter Vogelhofer: Die DSBG hat seit mehr als 40 Jahren eigene Erfahrungen und eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte im Betrieb von Freizeitanlagen geschrieben. Dieses gewachsene Know-how übertragen wir gemeinsam mit unseren professionellen Strukturen und unserem Netzwerk nach Bad Endbach. Die DSBG beschäftigt hochqualifizierte Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Bereichen, die ihr Wissen und ihre Kompetenz für die Lahn-Dill-Bergland-Therme in Bad Endbach einbringen werden.

OP: Sie sind Geschäftsführer der DSBG. Wie wird ihre Präsenz in Bad Endbach geregelt sein?
Vogelhofer: Ich bin seit 1986 Geschäftsführer der DSBG. Die spannende Aufgabe in Bad Endbach übernehme ich gemeinsam mit weiteren Personen, nämlich der Projektleitung und der Objektleitung aus unserem Hause. Wir werden also ständig präsent sein.

OP: Nach dem Konzept des Unternehmens wird die Gemeindevertretung einen Businessplan für die Therme beschließen müssen, der auf drei Jahre ausgelegt ist. Ist dieser Zeitraum für die Bad Endbacher Therme richtig gewählt und warum?
Vogelhofer: Richtig ist, dass wir während der Vertragslaufzeit einen jährlichen Businessplan erstellen. Der jährliche Businessplan folgt den vorgegebenen Zielen, nämlich die Besucherzahlen nachhaltig zu steigern und das definierte wirtschaftliche Ergebnis zu erreichen. Der Zeitraum ist deshalb richtig gewählt, weil Thermen in Deutschland in der Regel von der Eröffnungsphase bis zur Marktreife einen 3- bis 4-jährigen Entwicklungszeitraum durchlaufen.

OP: Wie soll die DSBG ihre Konzepte zur Vermarktung realisieren, wenn die leere Gemeindekasse kostspielige Vermarktungsstrategien nicht zulässt?

Vogelhofer: Der wirtschaftliche Erfolg einer Therme hängt neben der Produkt- und Dienstleistungsqualität entscheidend von der Marketingstrategie ab. Dafür haben wir ein umfassendes und bewährtes Konzept erarbeitet. Die Mittel hierfür sind im Businessplan enthalten und als Investition in die angestrebte Wirtschaftlichkeit der Therme zu sehen. Wir sind keine Träumer, es geht naturgemäß darum, zielorientiert vorzugehen und nicht die Gemeinde zu überfordern.

Das Interview führte Silke Pfeifer-Sternke.

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