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Hinterland Tennishalle steht vor Veränderung
Landkreis Hinterland Tennishalle steht vor Veränderung
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19:10 28.04.2017
Der Sportpark in Gladen beschäftigt erneut die Politik. Interessent sucht Verwaltungs- und Fertigungsstandort Quelle: Gianfranco Fain
Gladenbach

Die Umgestaltung des Gladenbacher Sportparks nimmt konkretere Formen an. Offenbar ist das Vorhaben, das Gebäude samt Tennishalle einer veränderten Nutzung zuzuführen sehr weit gediegen, so weit, dass sich der Bau- und Planungsausschuss am kommenden Mittwoch in Vorbereitung der Stadtverordnetenversammlung mit der Thematik befasst.

Drei Tagesordnungspunkte stehen im Zusammenhang mit dem Sportzentrum und sind nach Aussage des parteilosen Bürgermeisters Peter Kremer auch als „Paket“ zu sehen. Zum Einen geht es um die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes, zum Anderen um den Verkauf von Grundstücken. Laut Kremer sind die Änderungsbeschlüsse wie beim ersten Versuch nötig, um in dem Sondergebiet eine andere Nutzung als sportliche Aktivitäten zu ermöglichen. Ging es damals um die Einrichtung einer Event-Gastronomie, die im Parlament wenig Gegenliebe fand, so soll diesmal die Umwidmung die Ansiedlung eines Gewerbebetriebes ermöglichen.

Machbarkeit mit Regierungspräsidium abgesprochen

Auch der zweite Teil der Veränderung orientiert sich am gescheiterten ersten Versuch. Der Interessent kauft das Grundstück und übernimmt von der Stadt auch die Verpflichtungen aus dem bis zum Jahr 2029 geltenden Erbbaurecht für die Halle. In diesen Punkten seien sich die Verhandlungspartner schon sehr nahe, meint der Bürgermeister. Neu ist, dass der Interessent zudem der Stadt einige Grundstücke abkaufen will, um das Gelände für seine Zwecke abzurunden.

Die Kosten für die Änderung der Nutzungspläne würde der Kaufinteressent übernehmen. Die Machbarkeit sei mit dem Regierungspräsidium abgesprochen, erklärt Kremer. Bei dem Interessenten handelt es sich um Stefan Stolz, Geschäftsführer der Stolz Mould Service GmbH. Die Firma, die im Bischoffener Ortsteil Niederweidbach ihren bisherigen Standort hat, ist für die Automobilindustrie und deren Zulieferer tätig. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen ist auf die Reparatur, Wartung und Änderung von großen Spritzgieß-, Press-, Schäum- und Prototypenwerkzeugen spezialisiert.

Gebäude bleibt, Halle würde verändert

„Wir sind mit dem Eigentümer und der Stadt Gladenbach in Gesprächen“, bestätigt Stefan Stolz der OP. Die weitere Entwicklung hänge jetzt von der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung ab. Laut Stolz könnte das Gebäude als Standort der Verwaltung mit­ 
­Tagungs- und Sozialräumen dienen, die Tennishalle müsste allerdings für die Fertigung verändert werden.

Die Zukunft des Sportparks beschäftigt die Gladenbacher Politiker schon seit Monaten. Seit dem Ende des Tennisbooms wird die Halle immer weniger genutzt, ein neues Konzept mit Indoor-Fußball und Gastronomie scheiterte.Ein potenzieller Investor, der aus dem Gebäude eine Kultur- und Eventhalle machen wollte,­ die Platz für Hochzeiten mit bis zu 800 Gästen bot, scheiterte mit seinen Plänen, weil sich einige Kommunalpolitiker an der Idee sowie den möglichen Folgen störten oder auch den Fortbestand als Sportstätte favorisierten.

von Gianfranco Fain