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Hinterland Taktvoller Abschied in den Ruhestand
Landkreis Hinterland Taktvoller Abschied in den Ruhestand
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20:48 01.11.2010
Musikdirektor Karl-Heinz Goßmann (am Flügel sitzend) war bei seinem Abschiedskonzert noch einmal voll in seinem Element. Quelle: Björn-Uwe Klein

Bad Laasphe. Mehr als 250 Besucher kamen zum Abschiedskonzerts des Chorleiters Karl-Heinz Goßmann in die Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, zu dem der MGV Niederlaasphe eingeladen hatte.

„Ein im Geist und Herzen junggebliebener 80-Jähriger sagt tschüss“, befand MGV-Vorsitzender Wolfram Achenbach, der Goßmann als einen „Fachmann mit großem pädagogischen Sachverstand“ bezeichnete. 20 Chöre im Hinterland und dem Wittgensteiner Land hatte Goßmann geleitet, zuletzt den MGV Niederlaasphe.

Der Laudatio ging ein beeindruckendes Konzert voraus, zu dessen Mitwirkende außer den Niederlaaspher Sängern auch der Frauenchor „Canticum Novum“ Wittgenstein sowie die Solisten Katja Kaiser (Mezzosopran), Senta Schwenk (Sopran), Helmut John (Tenor), Günter Bätzel (Bariton) und Klaus-Dieter Marburger (Bass) zählten. Die Moderation des Abends übernahm Friedrich-Wilhelm Becker.

Den Anfang machten beide Chöre mit dem „Wittgensteiner Sängergruß“. Musik und Satz des Stücks stammen von Karl-Heinz Goßmann, getextet wurde es von Rudolf Krause. Einen Höhepunkt in der ersten Konzerthälfte bildete die Uraufführung von „Ave Maria“ in der Fassung von Karl-Heinz Goßmann. Er habe diese seinem Bruder zum 80. Geburtstag gewidmet, sagte Goßmann. Eine Fassung, in denen das Betende ebenso eindrucksvoll und tiefgehend zum Ausdruck kommt, wie in den wohl bekanntesten Fassungen von Johann-Sebastian Bach/Charles Gounod und Franz Schubert, die die Niederlaaspher Sänger zuvor jeweils kurz angestimmt hatten. Den geistlichen Schwerpunkt im ersten Teil des Konzerts betonten die Niederlaaspher Sänger auch mit dem Glaubensbekenntnis „Credo“ in der Fassung von Wilhelm Heinrichs.

Geistliches präsentierten auch die Sängerinnen von „Canticum Novum“ und brachten außer dem barocken „Nun danket alle Gott“ das emotionale Spiritual „Heaven is a wonderful place“ zu Gehör, das zu der Zeit der Sklaverei in den USA entstand: zwei unterschiedliche geistliche Stücke, die aber mit dem Ausdruck von Jenseitsvorstellungen ein Thema aufweisen.

Zu den Höhepunkten im ersten Teil zählten auch die Duette „Liebe“, dargeboten von Günter Bätzel und Klaus-Dieter Marburger, sowie „Abends will ich schlafen gehen“, gesungen von Günter Bätzel und Katja Kaiser.

Mit „Ach, ich hab’ in meinem Herzen“ aus „Der fröhliche Wanderer“ und „Schwarzer Peter“ von Norbert Schultze glänzte Bätzel auch als Solist.

Abschied, Wanderschaft und Heimkehr waren die Themen des zweiten Konzertteils. Unter der Flügelbegleitung von Karl-Heinz Goßmann und dem Dirigat von Katja Kaiser boten beide Chöre bekannte Volkslieder wie „Ach wie ist’s möglich dann“, „Das Lieben bringt groß Freud“ und „Es dunkelt schon in der Heide“ dar, die Goßmann zu einer Kantate zusammengestellt hatte. Nahtlos hatte er in diese auch das von Laaspher Helmut Wickel geschriebene Lied „Liebestraum-Heimkehr“ eingefügt, das die Sängerinnen und Sänger auch als Zugabe sangen.

Goßmann wies in seinen Abschiedsworten auf die beachtliche Zahl von mehr als 1 000 Sängern hin, mit denen er im Laufe seines Wirkens zusammengearbeitet habe. Er erinnerte an „viele schöne Stunden, in denen sich Freundschaften entwickelt haben“ und freute sich auch über das Vertrauen der Sänger, das er in der langen Zeit erfahren habe.

von Björn-Uwe Klein

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