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Tafel der Natur ist reichhaltig gedeckt

Kreisobsttag Tafel der Natur ist reichhaltig gedeckt

Obst, Gemüse, Blumen, Säfte, Gelees und Marmeladen waren dekorativ auf Tischen drapiert: 16 Gartenbauvereine präsentierten ihre Ernte.

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Nach der Ehrung (von links): Ewald Achenbach, Robert Ewertz, Karl-Heinz Happel, Peter Wolff, Heinz Kretz, Heinz Schmidt, Hans-Willi Mai, Dieter Karl Müller, Uwe Kral, Gerhard Schneider, Landesvorsitzender Kurt Kunz und Werner Thomae.Fotos: Sascha Valentin

Lixfeld . Beim Kreisobstbautag hatte jeder der teilnehmenden Gartenbauvereine einen Tisch vorbereitet, auf dem die Mitglieder ihre Ernte sowie ihre selbst hergestellten Produkte zeigten . Zuerst habe man Zweifel gehabt, ob in diesem Jahr überhaupt ein Obstbautag ausgerichtet werden könne, betonte Kreisvorsitzender Ewald Achenbach. Denn mancherorts gehe der Ertrag bei der Obsternte gegen null. Umso erfreulicher sei es, dass es den Vereinen dennoch gelungen sei, wieder eine solch bunte Vielfalt zusammenzutragen und damit zu zeigen, wie reichhaltig gedeckt die Tafel der Natur ist.

Das zurückliegende Erntejahr stellte dabei selbst Experten vor ein Rätsel. „Ausgerechnet die Bäume an der Lahn, wo es ja eigentlich zieht und kälter ist, haben gut Äpfel getragen, während es auf unserer Streuobstwiese teilweise gar keine Früchte gab“, berichtete Giso Dersch vom OGV Eckelshausen.

Andere Vereine, wie etwa der OGV Oberes Perftal, hatten sich beholfen, indem sie statt der fehlenden Früchte kurzerhand Gelees und Liköre als Form der Weiterverarbeitung des Obstes zeigten. Eine Neuheit stellten zudem die 50 kleinen Körbchen mit verschiedenen Apfelsorten dar. Diese Zusammenstellung ermögliche es den Besuchern, die verschiedenen Apfelsorten direkt zu vergleichen und dazu nicht erst zwischen den verschiedenen Vereinstischen hin und her laufen zu müssen, erklärte Ewald Achenbach.

Neben dem Lob für die gute Arbeit seiner Kollegen in den Ortsvereinen schlug der Kreisvorsitzende aber auch kritische Töne an. So prangerte er an, dass in vielen Ländern der Welt Hunger herrsche, während hierzulande Lebensmittel an der Börse gehandelt oder, schlimmer noch, sogar weggeworfen werden.

„Laut einer Untersuchung wirft jeder Bürger in Deutschland pro Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel in den Müll“, sagte Achenbach - und das meist nur, weil sie nicht einem ästhetischen Idealtyp entsprächen oder ein wenig aussagereiches Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Auch Landesvorsitzender Kurt Kunz appellierte an die Besucher, das Bewusstsein für den Wert der Lebensmittel zu schärfen und den Menschen wieder den nötigen Respekt davor zu vermitteln.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern (Grüne) sieht bei der Frage über den Wert der Nahrung aber auch die Verbraucher selbst in der Verantwortung. Wer immer nur auf den Preis schaue und Billigwaren kaufe, der schade damit auch ein Stück weit der Qualität aus der eigenen Produktion, betonte er.

Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert (SPD) lobte darüber hinaus den ehrenamtlichen Einsatz, den es erfordere, sowohl eine solche Ausstellung auf die Beine zu stellen, als auch sich über das gesamte Jahr hinweg um die Pflege der Natur zu kümmern.

Ehrenkreisvorsitzender Dr. Konrad Schulz erinnerte mit einem Zeitungsausschnitt von 1912 an den ersten Kreisobstbautag vor 100 Jahren.

von Sascha Valentin

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