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Hinterland Süße Belohnung für reichlich klebrige Arbeit
Landkreis Hinterland Süße Belohnung für reichlich klebrige Arbeit
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11:54 26.06.2009
Extrem klebrig: Pamela von Möllendorff beim Entdeckeln einer Wabe. Quelle: Berge

Sinkershausen. Auch wir Probe-Imker wissen, dass die Pflanzenbestäubung die volkswirtschaftlich herausragende und bedeutendste Leis tung der Bienenvölker ist, aber nun aus eigener Erfahrung, dass sich auch der Lohn der Arbeit an den Stöcken sehen lassen kann. Das vorweg: Der Lohn steht inzwischen als unverfälschtes Naturprodukt, in Gläsern aufbewahrt, im kühlen, dunklen Keller.
Jüngst verkündete Imkermeis ter Erhard Franz in unserer Gruppe, es sei an der Zeit, sich ans Schleudern zu machen.
Der reife Vorrat von fünf Völkern musste aufgearbeitet werden. Drei Stunden waren dafür kalkuliert, ohne Arbeitsteilung war dies nicht möglich. Während Erhard Franz die schleuderreifen Waben zügig aus den Zargen nahm, aufsitzende Bienen abgeklopfte und abfegte und Sebastian Richter vom Gladenbacher Bienenzuchtvereins Gladenbach und Umgebung die Honigwaben ins „Bienen-Wohnzimmer“ seines Sinkershäuser Imker-Kollegen brachte, zeigte Herbert Schmidt uns „Lehrlingen“, wie die verschlossenen Waben geöffnet und geschleudert werden.
Entdeckelt haben wir die Honigwaben mit einer Kombination aus breiter Gabel und Messer. „Immer gleichmäßig von unten nach oben schneiden“, lehrte uns Herbert Schmidt und erklärte, dass man das Arbeitsgerät nicht zu tief ansetzen darf, sonst werden die Waben beschädigt.
Wir lernen zwar, dass die Bienen alle Beschädigungen sogleich wieder reparieren, wenn die Waben wieder eingesetzt werden, sinnvollerweise sollte man diese zusätzliche Arbeit für das Volk soweit wie möglich vermeiden. Jeweils vier beidseitig entdeckelte Waben haben wir in eine Schleuder eingesetzt und dann gleichmäßig gekurbelt, denn merke: Neue Waben können durch zu hohe Zentrifugalkraft leichter deformiert werden als ältere. Der Honig floss reichlich, wurde gesiebt und gelagert.
Nach mehrfachem Rühren und Abschäumen wurde er später in Gläser gefüllt. Zum sofortigen Verzehr gab Erhard Franz jedem Probe-Imker ein Glas frisch geschleuderten Honig mit nach Hause.
Vorsitzender Hans-Christian Mika hat alle 19 Probe-Imker für den kommenden Dienstag zu einer Zusammenkunft nach Sinkershausen eingeladen. Dort wird man erfahren, wer aus dem mehrmonatigen Schnupperkurs ein Hobby machen will, was die Imker-Anwärter dafür investieren müssen und auf welche Weise man sich weiterbilden kann und sollte. Darüber und über das über das Bilden von neuen Völkern soll in der nächsten Folge die Rede sein.

von Hartmut Berge

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