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Hinterland Streit schwelt im Gerichtssaal weiter
Landkreis Hinterland Streit schwelt im Gerichtssaal weiter
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00:18 01.03.2019
Eine Schlägerei unter mehreren Männern Anfang des vergangenen Jahres beschäftigte jetzt das Biedenkopfer Amtsgericht. Quelle: Archivfoto
Biedenkopf

Die beiden angeklagten 20- und 28-jährigen Laaspher schilderten, dass sie ihrem Vater hinterhergefahren seien, nachdem sie mitbekommen hatten, dass dieser sich in Wallau mit einem Bekannten treffen wollte.

Dabei sei es um Geldgeschäfte gegangen, gaben die beiden zu, ­ohne konkreter zu werden. „Da wir aber wussten, was dieser Mann macht, wollten wir mitkommen“, erklärten sie gegenüber Richterin Alexandra Hille.

Der ältere der beiden erzählte, er habe gesehen, wie sein Vater von dem Mann, einem früheren Freund der Familie, geschlagen worden sei, woraufhin er auf die Männer zugelaufen sei und den Angreifer weggeschubst habe. Dieser habe zwei Arbeitskollegen mitgebracht, die den Vater des Angeklagten festgehalten hätten. Auch gegen diese hätte er ihn verteidigt.

Ab diesem Punkt laufen die Aussagen der beiden Angeklagten und des Vaters auf der einen Seite sowie des Geschädigten und dessen Begleitern auseinander.

Während der 64-jährige Breidenbacher angab, beide Brüder hätten auf ihn eingeschlagen, betonten diese, dass der Jüngere erst nach der Schlägerei hinzugekommen sei. Zudem erzählte der Breidenbacher, die beiden Männer hätten Verstärkung von weiteren Männern gehabt.

Diese schilderten den Fall so, dass zwei weitere Männer hinzugekommen seien, die sie aber nicht kennen und die zunächst zu schlichten versucht hätten, dann aber mit dem 64-Jährigen selbst in Streit geraten seien und ihn geschlagen hätten. ­Eine Kundin des Baumarktes verständigte die Polizei. Bei deren Eintreffen waren die besagten Männer aber nicht mehr da.

Der 28-jährige Angeklagte berichtete, er sei nach dem Vorfall mehrere Tage lang von Mitarbeitern des Breidenbachers verfolgt und aus einem Auto sei auf ihn geschossen worden.

Da auch die Aussagen der Zeugen kein stimmiges Bild ergaben, entschieden Richterin und Staatsanwaltschaft, auch noch den zweiten Mitarbeiter des Geschädigten zu befragen. Der war der Vorladung nicht gefolgt, sondern hatte sich kurzfristig krankschreiben lassen. Deswegen soll die Verhandlung am Dienstag fortgesetzt werden.

Während der Zeugenbefragung kam es im Gerichtssaal zu einem Zwischenfall. Unter den Zuschauern befanden sich mehrere Männer, offensichtlich Bekannte des Breidenbachers und dessen Sohns. Aufgrund mehrerer Zwischenrufe verwies Richterin Hille schließlich den Sohn des Saales.

Als die verbliebenen Männer während einer Sitzungsunterbrechung den Saal verließen, wandten sie sich auf Türkisch an den Vater der Angeklagten. Die beiden Angeklagten übersetzten schließlich, dass es sich dabei um eine Drohung gehandelt habe. Sie hätten gesagt: „Wir klären die Sache noch auf einem anderen Weg.“

von Sascha Valentin