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Streik legt öffentlichen Dienst lahm

Nichts geht mehr Streik legt öffentlichen Dienst lahm

Busse fahren nicht, Mülltonnen werden nicht geleert, Kliniken arbeiten in Notbesetzung - wenn der öffentliche Dienst streikt, geht fast nichts mehr. So wie am Donnerstag in Marburg.

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Mit Transparenten und Plakaten zogen die rund 500 Streikteilnehmer am Donnerstagvormittag von den Stadtwerken Am Krekel durch die Marburger Innenstadt zum Marktplatz.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg.   Rund 4.000 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hessenweit an dem Arbeitsausstand am Donnerstag. Allein in Marburg legten mehrere Hundert Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes die Arbeit nieder. Etwa 500 Beschäftigte beteiligten sich an einer Demonstration, darunter auch Angestellte der Marburger Stadtwerke aus den Bereichen der Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung, der Kanal- und Abwasserabteilung sowie der Kfz- und Metall-Werkstatt. „Die Verwaltung und das Kundenzentrum der Stadtwerke am Standort Am Krekel blieben weitgehend geschlossen“, berichtete Karin Brahms von der Stadtwerke-Pressestelle und bat die Kunden gleichzeitig um Verständnis.

„Wir lassen nicht alles mit uns machen“, erklärte Sibylle Lust, stellvertretende Landesbezirksleiterin von Verdi bei der sich an die Demonstration anschließenden Kundgebung auf dem Marburger Marktplatz. Die Gewerkschaft wolle mit dem Warnstreik Druck auf die Kommunen und den Bund ausüben. Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes (dbb) fordern 6,5 Prozent mehr Geld für die bundesweit zwei Millionen Beschäftigten, mindestens aber 200 Euro. „Die öffentliche Daseinsvorsorge ist eine wichtige Sache und sollte auch so honoriert werden, deshalb sind die Leute heute auf die Straße gegangen“, schilderte Julian Jaedicke von Verdi Mittelhessen die Hintergründe der Protestaktion in Marburg.

Auch die Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG) schlossen sich dem Streik an. Alle Marburger Stadtbusse blieben bis Schichtende im Depot, die Mobilitätszentrale war geschlossen. Damit wollten die Busfahrer sich laut dem MVG-Betriebsratsvorsitzenden Thorsten Beliza mit den Kollegen solidarisch zeigen und auch für ihre eigenen Forderungen eintreten: Die Busfahrer verlangen ein Plus von 1,50 Euro pro Arbeitsstunde, die Arbeitgeberseite bietet eine Lohnerhöhung von 4,2 Prozent innerhalb von 26 Monaten an. Derzeit liegen die Verhandlungen dort nach Angaben des Landesverbandes Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) auf Eis, es würden auf beiden Seite interne Gespräche geführt, bevor es zu einer vierten Verhandlungsrunde komme.

Auch in Kassel, Gießen, Dillenburg und Wetzlar streikten am Donnerstag zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Zudem traten Mitarbeiter von Bauhöfen, den Vitos-Kliniken und Kindertagesstätten in den Ausstand. Die nächste Verhandlungsrunde für diese Beschäftigten ist für Montag geplant. Verdi hofft dort auf ein Angebot der Arbeitgeberseite. Weitere Streiks seien sonst nicht ausgeschlossen.

von Katharina Kaufmann

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