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Hinterland Straßenbau verringert Besucherstrom
Landkreis Hinterland Straßenbau verringert Besucherstrom
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19:19 06.05.2012
Der Vorstand des Fördervereins des Waldschwimmbades rechnet aufgrund einer Straßensperrung Richtung Gießen von Juli bis Oktober mit Umsatzeinbußen im Freibad. Quelle: Anita Ruprecht

Kirchvers. Zur Bürgerversammlung in Kirchvers begrüßte die stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung Christine Meister gut 20 Bürger. Bestimmendes Thema waren Straßen- und Kanalbauarbeiten, die demnächst in der Nachbargemeinde Biebertal-Krumbach im Kreis Gießen stattfinden. Während des ersten Bauab­schnitts wird wohl noch eine ortsinterne Umgehung eingerichtet, aber während des zweiten Bauabschnitts erfolgt eine Vollsperrung voraussichtlich von Juli bis Ende Oktober.

Diese Informationen hatte Lohras Bürgermeister Georg Gaul auf Nachfrage von seinem Amtskollegen Thomas Bender aus Biebertal erhalten. Die Vollsperrung von Krumbach bedeutet für die Kirchverser, die zum großen Teil Richtung Gießen zur Arbeit fahren, einen Umweg von 20 bis 25 Kilometer für eine Strecke, also von bis zu 50 Kilometern täglich. Dies sei in Zeiten sehr hoher Benzinpreise unzumutbar, kritisierten die Bürger.

Bernd Willershausen bemängelte zudem die schlechte In­formationspolitik der Behörden. Er fühlt sich nur bruchstückhaft informiert. 40 Prozent der Gäste des Waldschwimmbads Kirchvers kommen aus den angrenzenden Gemeinden im Kreis Gießen. Der Förderverein Waldschwimmbad Kirchvers erwarte für die Sommersaison 2012 Umsatzeinbußen in vierstelliger Höhe, sagte Willershausen, Vorstandsmitglied des Fördervereins.

Bürgermeister Georg Gaul stellte anschließend mögliche Standorte für Windkraftanlagen in der Gemarkung Rodenhausen vor, berichtete über die Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche und versprach weitere Informationsveranstaltungen, sobald neue Erkenntnisse vorlägen.
Ortsvorsteher Markus Hemberger lobte das Engagement der Kirchverser Bürger und nannte dafür stellvertretend den Förderverein Waldschwimmbad und den Verschönerungsverein Kirchvers.

Hemberger sprach wiederholt die unbefriedigende Situation an der Bushaltestelle an der Gladenbacher Straße in Lohra an, wo alle umsteigen müssen, die die Anschlussbusse Richtung Kirchvers erreichen wollen. Bürgermeister Gaul bestätigte die schwierige und unübersichtliche Situation an der Gladenbacher Straße und wies darauf hin, dass es sich dabei nur um eine Übergangslösung handele. Damals, Anfang der 1980er Jahre sei versäumt worden, Busbuchten anzulegen. Er verwies auf den geplanten Busbegegnungsverkehr-Standort 150 Meter südlich an der Bahnlinie.

Erich Willershausen beschwerte sich über Hundekot an öffentlichen Plätzen und Grünanlagen sowie über zu schnell fahrende Autos, die die Tempo-30-Zonen im Ort nicht beachteten.

von Anita Ruprecht