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Stolzer Rückblick auf die Anfänge

130-jähriges Bestehen Stolzer Rückblick auf die Anfänge

Unter dem Motto "Christus im Zentrum" hat die Freie evangelische Gemeinde Gönnern ihr 130-jähriges Bestehengefeiert.

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Während die Familie Eicker mit ihren Liedern vor allem das Gefühl ansprach, brachte Manfred Siebald mit seinen Stücken Schwung in die Jubiläumsfeier. Foto: Sascha Valentin

Quelle: Sascha Valentin

Gönnern. Neben Christus stand vor allem Musik im Mittelpunkt des Jubiläums. Mit der Familie Eicker und Manfred Siebald hatten die Veranstalter gleich zwei der bekanntesten Namen der christlichen Musikszene nach Gönnern geholt. Die Beziehung zu beiden reiche bereits mehrere Jahrzehnte in die Vergangenheit, stellte Gemeindevorsteher Hans-Jürgen Haffer fest.

Ihr erstes Konzert in Gönnern haben Eickers und Siebald vor 42 Jahren gegeben, und einige der Besucher von damals waren auch jetzt wieder gekommen, um sich von deren Liedern verwöhnen und umschmeicheln zu lassen. Denn vor allem die Stücke der Familie Eicker zeichnen sich durch einen gefühlvollen und sanften Klang aus, der unweigerlich an das romantische Idealbild des Familienidylls in der heimischen Stube denken lässt, wo jeder für den anderen da ist.

Im Kontrast dazu ist Manfred Siebald eher ein Vertreter der schwungvollen Musik, die mitreißt und motiviert, was er unter anderem mit seinem Titel „Gut, dass wir einander haben“ unter Beweis stellte, bei dem die Gäste im Bürgerhaussaal auch selbst mitsingen konnten. Dass dieses stolze Jubiläum heute gefeiert werden könne, hätten sie zwei Faktoren zu verdanken, stellt schließlich Pastor Christoph Henss fest. Zum einen jenen Menschen, die vor 130 Jahren den Mut hatten, einen anderen Weg zu gehen und eine eigene Gemeinde zu gründen. Anfangs habe das die Beziehung zu der Landeskirche sicherlich belastet, aber mittlerweile habe sich das Verhältnis wieder entspannt und man unternehme viel miteinander, sagte Henss.

Dem pflichtete auch Pfarrer Christian Krüger bei. Das Christentum sei Zeit seines Bestehens geprägt von Diskussionen, Streit und Trennungen. „Aber bei allem, was uns trennt, haben wir eine große Gemeinsamkeit“, betonte er: Gott.

Der sei auch die zweite und noch viel wichtigere Voraussetzung für das Jubiläum, machte Henss deutlich: „Wir feiern heute keine Menschen oder die FeG an sich, sondern Gott, der dieses Jubiläum ermöglicht hat.“

FeG-Bundessekretär Burkhard Theis appellierte darüber hinaus an die Feiernden, das Jubiläum zu nutzen, um wieder verstärkt Mitgefühl und Menschlichkeit in das Leben einziehen zu lassen. Denn es gehöre zu den Sternstunden des Christseins, zu spüren, anderen Menschen helfen zu können oder ihnen einfach zuzuhören.

Wer Jesus bewusst einen Platz in seinem Leben einräume, dem werde dieser nicht nur Gast, sondern ein Gastgeber, so Theis. Ähnlich drückte es auch Bürgermeister Thomas Beck (SPD) aus. Gemeinde zu praktizieren, bedeute, sozial tätig zu sein und das sei in einer Zeit fortschreitender Individualisierung ein großes Geschenk.

Auch Manfred Schneider vom Kreisvorstand der Freien evangelischen Gemeinden sah in dem Jubiläum eine Chance, neue Kraft für die Zukunft zu schöpfen und Gott wieder in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen.

Für ihren Rückblick auf die Geschichte ihrer Gemeinde hatten sich die Gastgeber eine nette Idee einfallen lassen: In einem Interview mit seiner Tochter Juliane ließ Haffer die Entwicklung der FeG Revue passieren. Am Ende zog er den Schluss, dass es das Besondere an einer Gemeinde sei, füreinander da zu sein. Niemand stehe mit seinen Sorgen und Nöten alleine da, sondern werde von den anderen aufgefangen. Und das sei doch ein schöner Grund zu feiern.

von Sascha Valentin

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