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Stickereien lassen ein Stück Stoff kunstvoll erscheinen

Ausstellung Stickereien lassen ein Stück Stoff kunstvoll erscheinen

Das Hinterlandmuseum im Biedenkopfer Schloss startete mit einer Ausstellung über textile Handarbeiten in die neue Saison.

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Handarbeit ist im Museum zu sehen. Foto: Erich Frankenberg

Biedenkopf. „Von Aufnäher bis Zwirn - Textile Handarbeiten aus dem Hinterland“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung, mit der das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf in die Saison gestartet ist. Die Exponate stammen überwiegend aus dem umfangreichen Bestand des Museums.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern unterstrich während der Ausstellungseröffnung die kulturhistorische Bedeutung des Museums. Zu sehen ist ein Querschnitt an historischen Kleidungs- und Wäschestücken, die in der Region, vorwiegend im häuslichen Umfeld und meist von Frauen, gefertigt wurden. Das älteste der gezeigten Exponate stammt aus dem Jahr 1746, die jüngsten Objekte aus der Zeit um 1930.

Im Vordergrund der Sonderausstellung stehen Stickarbeiten. Sie finden sich auch auf nützlichen alltäglichen Wäschestücken, wie etwa Vor- oder Handtüchern.

„Gestickte gegenständliche Darstellungen, Initialen oder Jahreszahlen, erheben ein einfaches Stück Stoff zu einem außergewöhnlichen Objekt“, erläuterte Museumsleiter Gerald Bamberger. Im Prinzip wären die gestickten und umhäkelten Ausstellungsstücke auch unverziert einsetzbar und ihre eigentliche Funktion nicht eingeschränkt. Aber: eine individuelle Handstickerei mache auch einen in größerer Stückzahl produzierten Grundstoff einzigartig, sagte Bamberger weiter. Darüber hinaus lasse sich auch noch Jahrhunderte später die Kunstfertigkeit der Stickerin in Augenschein nehmen.

Auf Stickmustertüchern wurden allgemeine Sticktechniken und Motive zum Anfassen illustriert. Mädchen ab der zweiten Klasse übten auf diese Weise für die Stickarbeiten, die sie für die Aussteuer anfertigten. Die eigentlich als eine „Schönschreib-Übung“ gedachten Tücher sind heute selbst kunstvoll gestaltete Einzelstücke. Die Besucher finden in der Ausstellung nicht nur einige dieser Tücher aus dem 19. Jahrhundert, sondern auch gedruckte Stickmuster-Vorlagenbögen.

Auch in der Trachtenkultur des Hinterlandes wurde gestickt, um der Tracht innerhalb festgelegter Grenzen ein besonderes Äußeres zu geben. Von der Trägerin selbst wurden meist die Bruststecker, Wischtücher und die Hemdkragen (Killer) verziert.

Als einfachste Handarbeit, die jeder erlernen musste, galt das Stricken. Auch sie wird in der Ausstellung berücksichtigt. Im Hinterland war die Handstrickerei Ende des 18. Jahrhunderts sehr populär.

nDas Hinterlandmuseum ist täglich außer montags geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr.

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