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Stellenabbau am UKGM geht weiter

Betriebsrat informiert Stellenabbau am UKGM geht weiter

„Und was kommt als nächstes?“, fragt Bettina Böttcher. Die Betriebsratvorsitzende am Uniklinikum Marburg und ihre Kollegen sind verärgert über die geplante Schließung der Wäscherei am Standort Gießen.

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Das Uniklinikum in Marburg kommt nicht zur Ruhe. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Die Kolleginnen und Kollegen sollen die Zeche für das Missmanagement zahlen, weil die anvisierten Unternehmensziele nicht erreicht wurden“, erklärt der Betriebsrat in einem Schreiben.

Nachdem der Unternehmensberater McKinsey seinen Auftrag erfüllt habe, sei dessen Potenzial-Analyse zurückgeblieben, mit deren Umsetzung die Geschäftsleitung nun begonnen habe. Diese halte weiter an ihrem Plan fest, 236 Vollzeitstellen abzubauen, teilte Böttcher mit. Nun sei den Mitarbeitern der Wäscherei in Gießen mitgeteilt worden, dass diese ihren Arbeitsplatz zum 14. Januar 2013 verlieren werden - die Leistungen der Wäscherei würden in Zukunft an einen Drittanbieter vergeben.

Betroffen sind insgesamt 52 Vollzeitstellen - 27 Vollkraftstellen aus dem UKGM und 25 Vollzeitstellen aus der RK-Reinigungsgesellschaft Ost. „Hinter dem Begriff Vollzeitstellen verbergen sich insgesamt 60 Schicksale, also Kollegen und Kolleginnen mit ihren Familienangehörigen“, sagt Böttcher.

Mitarbeiter der Reinigungsgesellschaft Ost trifft es hart

Den betroffenen Mitarbeiter des UKGM werde voraussichtlich ein Arbeitsplatz an einem anderen Standort angeboten werden. Wo und unter welchen Bedingungen sei derzeit aber noch offen. Noch schlimmeres drohe den Mitarbeitern der Reinigungsgesellschaft Ost. Sie müssten mit der Kündigung und dem Arbeitsplatzverlust rechnen, teilte Böttcher mit. Die Restrukturierung gehe jedoch noch weiter: Von der Unternehmensleitung aus sei sei eine „Zentralverwaltung“ angedacht, deren Struktur und Zusammensetzung jedoch noch nicht kommuniziert worden ist, teilte Böttcher mit. In diesem Bereich habe McKinsey ein Einsparungspotenzial von 60 bis 80 Vollzeitstellen berechnet.

Nach Feststellungen des Unternehmensberaters seien diese Stellen im Überhang und sollten in Zukunft wegfallen. Aber nicht nur die Servicebereiche und die Verwaltung seien betroffen, berichtet der UKGM-Betriebsrat, sondern auch die „patientennahen Bereiche. Dazu zählt unter anderem ärztlicher Dienst, Pflegedienst und Funktionsdienst. Diese Bereiche sollen nach den Planungen ebenfalls ihren Beitrag zur Ergebnisverbesserung durch Reduktion des Personals leisten. Angedacht sei hier die Einsparung von 60 Vollzeitstellen, erklärt Böttcher.

Das nach den Berechnungen von McKinsey verbleibende Personal solle, so Böttcher, nicht nur die Arbeit der ausgeschiedenen Mitarbeiter übernehmen, sondern zusätzlich die angestrebte Leistungssteigerung erbringen. Da die Reduktion von Personal bereits in vollem Gange sei und sich die Arbeit durch immer mehr zu erbringende Leistungen noch zusätzlich verdichte, werde es zunehmend immer wichtiger, auf mögliche und tatsächliche Defizite und Gefährdungen aufmerksam zu machen, teilte der Betriebsrat in einem Schrieben mit. Dies geschehe zum Beispiel durch eine Überlastungsanzeige.

Betriebsrat: gute Arbeitsbedingungen - auch für nicht-Rückkehrer

Angesprochen auf die Position, die der Betriebsrat bezüglich des Rückkehrrechts einnimmt, erfolgt folgende Stellungnahme: „Wir vertreten die Auffassung, dass jeder, der die Möglichkeit seines Rückkehrrechtes - welches als Grundrecht vom Verfassungsgericht ausdrücklich bestätigt wurde - in Anspruch nimmt, vom Betriebsrat unterstützt und informiert wird“.

Bettina Böttcher unterstützt dieses Vorhaben: „Wir versuchen in den Gesprächen mit dem Ministerium die uns bekannten Missstände anzusprechen und dafür Sorge zu tragen, dass diese abgestellt werden.“ Für alle, die von ihrem Rückkehrrecht keinen Gebrauch machen wollen, fordert der Betriebsrat weiterhin „gute Arbeitsbedingungen“. Böttcher ruft die Mitarbeiter am UKGM dazu auf, für den Erhalt der Arbeitsplätze einzutreten. Wichtig sei, eine starke Arbeitnehmervertretung im Betrieb zu verankern.

von Dennis Siepmann

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