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Nachfrage aus dem Ausland steigt

Internationaler Schulzweig Nachfrage aus dem Ausland steigt

Die Nachfrage nach 
Plätzen im geplanten 
internationalen Schulzweig der Steinmühle ist groß – das hat mit dem 
„Brexit“ aber wohl nichts zu tun.

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Der Neubau an der Steinmühle schreitet voran – er würde auch für den internationalen Schulzweig benötigt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In der vergangenen­ Woche hatte der Hessische Rundfunk berichtet, dass der „Brexit“ einen Run auf internationale Schulen in der Rhein-Main-Region ausgelöst habe. Demnach hätten Banken vorsorglich Dutzende der begehrten Plätze reserviert. Die Schulen versicherten, dass durch die Zuwanderer aus London niemand verdrängt werde, man wolle die Kapazitäten ausweiten.

In Marburg plant auch die Steinmühle, ab dem kommenden Schuljahr einen internationalen Zweig anzubieten – mit 16 Plätzen, von denen je eine Hälfte für Kinder aus dem Landkreis und internationale Schüler aus Unternehmen zur Verfügung stehen soll (die OP berichtete).

Schulzweig muss noch genehmigt werden

„Die Nachfrage nach Plätzen in diesem Schulzweig ist immens – und das wundert uns ein wenig, denn die Erweiterung der Steinmühle um diesen Schulzweig ist ja noch nicht einmal genehmigt. Wir sind also noch gar nicht in die Öffentlichkeitsarbeit gegangen“, sagt Schulleiter Björn Gemmer auf Anfrage der OP.

Die Steinmühle muss den Antrag mit einem vollständig ausgearbeiteten Curriculum einreichen, was noch in diesem Monat geschehen soll. Dabei muss dieses sowohl auf dem Kern-Curriculum des Landes Hessen basieren, als auch die Anschlussfähigkeit des internationalen Schulsystems ermöglichen. Viel Arbeit also – doch Gemmer ist dennoch zuversichtlich, dass der internationale Schulzweig bis zum kommenden Schuljahresbeginn genehmigt sei.

Dazu müsse eine Stellungnahme des staatlichen Schulamts Marburg erfolgen – und es müsse das besondere pädagogische Interesse vom Kultusministerium bestätigt werden. Dieses basiere für die Steinmühle auf drei Säulen: Dem Interesse, Schülern ein Angebot zu machen, das es in Mittelhessen noch nicht gebe – vor dem Hintergrund, dass sie nach zwei, drei Jahren auch in der nachfolgenden Schule zurechtkommen.

Brexit: Gemmer schließt Zusammenhang aus

Zweiter Punkt sei das gesellschaftliche und wirtschaftliche Interesse, „dass die Region durch eine internationale Schule interessanter wird“, so Gemmer. Und dritter Punkt sei, dass sich die Steinmühle auch in die internationale Richtung konsequent weiterentwickeln wolle – wie sie es jetzt schon zum großen Teil lebe.

„Wir haben auch schon Anfragen aus dem Ausland – also von Menschen, die in diesem Jahr nach Marburg ziehen, weil sie hier einen Job angenommen haben und dementsprechend für ihre Kinder einen internationalen Bildungsgang suchen“, so Gemmer.

Dies seien jedoch keine Personen, die im Rhein-Main-Gebiet arbeiten wollen, „daher schließe ich einen Zusammenhang mit dem Brexit aus, die Nachfrage kommt also einzig von Unternehmen aus der Region heraus. Die Nachfrage aus dem Rhein-Main-Gebiet hat uns nicht erreicht“, sagt Gemmer.

Internationales Bildungsangebot fehlt

Vor dem Hintergrund der hohen Nachfrage sei es nicht ausgeschlossen, das „Halbe-Halbe-Prinzip“ zugunsten der internationalen Mitarbeiterkinder ein wenig zu verschieben. „Allerdings handelt es sich bisher nur um unkonkrete Voranfragen“, erläutert der Schulleiter. „Wenn wir wirklich mit acht und acht starten würden, wäre es bereits ein großer Erfolg – denn wir haben nicht damit gerechnet, dass gleich zu Beginn die Nachfrage aus dem internationalen Bereich bereits so hoch ist“, verdeutlicht Gemmer.

Denn: Die Firmen betonten ja, dass sie nur schwierig internationale Mitarbeiter bekämen, weil es eben noch kein internationales Bildungsangebot gebe. „Daher gehe ich zurzeit noch davon aus, dass der Anteil der deutschen Kinder noch größer sein wird, als der der internationalen Kinder.“ Nach der Etablierung des internationalen Schulzweigs werde sich dieses Verhältnis aber wohl zugunsten der internationalen Kinder verschieben.

Schulleiter Bernd Holly verdeutlicht in diesem Zusammenhang erneut, dass die Befürchtung der Stadt Marburg, die Steinmühle gefährde mit ihrem internationalen Schulzweig „irgendeine Marburger Grundschule, absolut nicht gegeben ist“, so Holly.

von Andreas Schmidt

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