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Steffenberg kehrt Kita3K den Rücken

Kostenverringerung Steffenberg kehrt Kita3K den Rücken

Am 31. Juli 2015 ist das Vorzeigeprojekt des Hinterlandes um eine Kommune ärmer. Die Gemeinde Steffenberg hat die Mitgliedschaft im Verbund zur Kinderbetreuung aufgekündigt. Die defizitäre Haushaltslage ist der ausschlaggebende Grund.

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Der Ausflug der Kinder und Mitarbeiter einer Kita in Bad Hersfeld steht symbolisch für den Auszug der Gemeinde Steffenberg aus dem Verbund Kita3K.

Quelle: Uwe Zucchi

Steffenberg. Wie eine beiläufige Randnotiz unter dem Punkt Allgemeines mutet die Mitteilung im jüngsten „Newsletter Kita3K“ an. Unter der Überschrift „Rückzug“ ist dort zu lesen: „Die Gemeinde Steffenberg hat ihren Austritt aus der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Kita3K zum nächstmöglichen Zeitpunkt erklärt“.

„Der nächstmögliche Zeitpunkt ist nach dem bestehenden Vertrag der 31. Juli 2015“, erläutert Kita3K-Leiter Ulrich Seibel den unerfreulichen Vorgang. Schade findet der Diplom-Verwaltungswirt den Entschluss des Steffenberger Gemeindevorstands, denn es scheide eine Gemeinde „mitten aus der Region“, die die Agentur betreut, aus. Ganz aufgegeben hat Seibel aber noch nicht, er will in Gesprächen ergründen, „weshalb wir dort nicht so überzeugt haben, wie in anderen Gemeinden“. Zumindest glaubt Seibel, dass der Austritt nicht auf Gründen beruht, die „speziell auf uns gemünzt sind“.

Damit liegt er offensichtlich nicht so falsch. Der Schritt sei hauptsächlich in der Haushaltssituation der Gemeinde Steffenberg begründet, erklärt Bürgermeister Peter Pfingst. Der Kämmerer tat den Entschluss des Gemeindevorstands schon während der letzten Gemeindevertretersitzung dieses Jahres kund, als er auch den Entwurf des Haushalts 2014 vorstellte. In diesem rechnet er mit einem Minus von 1,3 Millionen Euro.

Weniger ausgeben ist also angesagt und da fiel auf, dass die Förderung des Landes für das Projekt Kita3K ausgelaufen ist und sich dadurch die Kosten für die Gemeinde erhöht haben. Für das nächste Jahr sind im Gemeindehaushalt für Kita3K noch 6000 Euro eingeplant.

Pfingst nennt weitere Gründe: „Wir haben festgestellt, dass die Hauptaufgabe von Kita3K die Betreiberunterstützung ist.“ Die Kindergärten in Niedereisenhausen und Oberhörlen stünden aber über das Dekanat Gladenbach unter kirchlicher Trägerschaft und das Dekanat sei auch Mitglied bei Kita3K. Außerdem ärgert die Steffenberger, dass Gladenbach und Bad Endbach sich an Kita3K nicht beteiligen, aber über das Dekanat von der Agentur profitieren.

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Nun könnte sich der Austritt Steffenbergs doch auf die anderen Mitglieder auswirken. Bei gleichbleibenden Leistungen und Kosten müssten sich die Beiträge erhöhen meint Seibel. Aber auch darüber sei noch zu sprechen.

von Gianfranco Fain

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