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Hinterland Statt der Besucher strömt der Regen
Landkreis Hinterland Statt der Besucher strömt der Regen
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17:51 31.05.2013
Eisemroth

Nach dem ersten Naturerlebnistag des Naturparks Lahn-Dill-Bergland im September des vergangenen Jahres am Kornhaus in Mornshausen/S. fand nun der zweite Auflage am Naturerlebnisbad in Eisemroth statt. Wind und Regen begleiteten diesen Naturerlebnistag am vergangenen Sonntag und dies durchgängig. Die Besucherströme hielten sich witterungsbedingt in Grenzen und die eine oder andere Aktivität entfiel.

Viele Ideen hatten die Naturparkführerinnen und -führer um Carola Heimann vom Naturpark Lahn-Dill-Bergland für diesen Tag umgesetzt. So startete in den Vormittagsstunden eine durch Dr. Hardo Lingad geführte Wanderung auf der Extratour „Hohe Straße“ über 14 Kilometer, die aufgrund der Witterung nur einen Wandergast hatte.

Kleine Lichter für die Männer in tiefen Gruben

Auf einer durch den angrenzenden Wald und die umgebenden Sträucher geschützten Wiese am Naturerlebnisbad informierten der Bergbauverein Oberscheld und Landschaftsführer Matthias Schäfer über den Bergbau in der heimischen Region. Immer wieder war der „Signalgeber“ zu hören, der wie Joachim Hartmann erklärte, eine wichtige Funktion bei der Betätigung des Förderkorbes in der Grube hatte.

Interessant gestaltete sich auch eine kleine Ausstellung über Grubenlampen vom Kienspan bis hin zur Akku-Lampe. Kai-Uwe Benner demonstrierte mittels Karbid und Wasser den Brennvorgang. Ein besonderes Augenmerk bildete die sogenannte „Butterlampe“, auf der mittels eines Bügels der Bergmann sein Kaffeeblech erwärmen konnte.

Neben Grubenwerkzeugen war auch die obligatorische Grubenkleidung zu sehen. Wie stark der Roteisenstein, der dort ebenfalls ausgestellt war, seine Spuren auf der Kleidung hinterlässt, zeigte das Team auf dem Informationsstand in der typischen Bergmannskleidung.

Die Kräuterfrauen Sabine Becker-Brück und Bettina Sixel gaben bei einem Kurzspaziergang ihr geheimes Wissen an Interessierte weiter. Die Natur- und Landschaftsführerin Regina Weber erläuterte zusammen mit ihrem Ehemann Karl-Heinz Weber die Haubergswirtschaft im Roßbachtal. So seien in Oberroßbach in einem Genossenschaftsverband zum Beispiel 140 Familien im Haubergswesen beteiligt. Die einzelnen Parzellen kennzeichneten die Besitzer früher durch sogenannte Haubergszeichen.

Regina Weber erklärte das Schälen der Lohe, die früher zum Gärben von Tierfellen verwendet wurde und das Schanzenbinden und berichtete, dass ein Hauberg nach dem Abholzen früher mit Roggen eingesät und mit Kuhherden beweidet wurde. Dies einige Jahre lang, bis sich der neue Stockausschlag wieder bildete. Noch heute, so Weber, würden die Haubergsanteile nicht verkauft sondern höchstens vererbt.

Für Flora- und Faunafreunde biete eine Naturerlebnisführung in einem Hauberg sicher etwas Besonders, wo großflächig und dies je nach Jahreszeit Fingerhut und Heidebewuchs sowie in der Nähe von Kohlenmeiler Farnfelder zu bewundern sind. Für die jungen Besucher bot der Veranstalter eine Waldrallye mit Revierförster und Naturparkführer Reimund Bender an, die sich mit Fragen zur Tier- und Pflanzenwelt befasste.

Für die Besucher, die sich gerne einmal von einer Kutsche aus die Landschaft ansehen wollten, stand ein entsprechendes Pferdegespann bereit. Gemütlich und warm war es in der Jausenstation, wo der Förderverein Naturerlebnisbad Siegbach die Besucher mit einer warmen Gulaschsuppe und anderen Leckereien versorgte.

Die kühle Witterung veranlasste das Versorgungsteam, ihr Angebot anstatt mit Maibowle um Glühwein zu erweitern.

von Helga Peter

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