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Nur daumendicke Äste erlaubt

Grünschnittdeponie Nur daumendicke Äste erlaubt

In der Bad Endbacher Grünschnittdeponie wird seit einiger Zeit nur noch daumendickes Geäst angenommen, das die „Abfallwirtschaft Lahn-Dill“ in Biomassekraftwerken verheizt.

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Vorwiegend braunes Geäst lagert auf der Grünschnittdeponie der Gemeinde Bad Endbach. Der Baum- und Strauchschnitt dient der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda als Brennstoff in Biomassekraftwerken. Grünschnitt ist dazu unerwünscht.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. In Günterod wird kein Grünschnitt mehr angenommen. „Das ist aber schon seit einigen Jahren so“, berichtet Bürgermeister Julian Schweitzer. Mitte Dezember sei dies erneut im Amtsblatt der Gemeinde Bad Endbach publik gemacht worden.

Die Ursache dafür liege nicht im Verantwortungsbereich der Gemeinde, sondern sei eine ­Bedingung der „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF)“. Die ALF verarbeitet den Grünschnitt zu Brennstoff für die Wärmegewinnung in Biomassekraftwerken. Dies rechnet sich für ALF nur, wenn die Logistikkosten von den Brennstofferlösen gedeckt werden, der Entsorgungsweg also kostengünstig ist. Dazu muss wiederum die Qualität stimmen und die wird nicht erreicht, wenn zu viel Grünes im Grünschnitt ist.

Wichtig ist also, dass der Hauptanteil des Materials verholzt ist. In etwa daumendick müsse die Aststärke sein, erklärt Schweitzer. Junge Triebe, Blätter oder Nadeln müssten davon allerdings nicht entfernt werden.

Daumendick wird über den Daumen gepeilt

Welcher angelieferte Grünschnitt einer „Daumendicke“ entspricht, entscheidet der Bedienstete der Gemeinde, der an den Samstagen während der Öffnungszeiten in der Grünschnittdeponie den Dienst verrichtet, wenn er in den Kofferraum oder Anhänger des Anlieferers schaut. Senkt sich sein Daumen nach der Peilung über denselben, muss der Bad Endbacher Bürger den Bioschnitt wieder mitnehmen.

Der kann dann in der Grünen Tonne entsorgt werden, erklärt Schweitzer. Darunter fallen zum Beispiel Hecken-, Stauden- und Krautschnitt, Rasenschnitt, Laub und Obst sowie Grünabfälle mit Erdanhaftungen.

Große Mengen dieses Grünschnittes können die Bürger auch direkt zur Kompostierungsanlage in Stausebach bei Kirchhain oder zur Müllumschlagsstation in Marburg-Wehrda bringen, ergänzt Schweitzer.

Da die ALF bei der Entsorgung des Grünschnittes in allen Kommunen des Landkreises Marburg-Biedenkopf so verfährt, ist die Handhabung in Bad Endbach somit kein Einzelfall, sondern die Regel.

von Gianfranco Fain

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