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Stalker muss 1050 Euro zahlen

Amtsgericht Stalker muss 1050 Euro zahlen

Im Fall um die Sex-Mail an die Hochspringerin Ariane Friedrich erließ das Amtsgericht Biedenkopf einen Strafbefehl.

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Ariane Friedrich gewinnt Prozess gegen den "Stalker".

Quelle: Rainer Jensen, dpa

Biedenkopf. Gegen den 38-jährige Hinterländer, der die Hochspringerin Ariane Friedrich belästigt hatte, wurde eine Geldstrafe von 1 050 Euro verhängt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg hat das Amtsgericht Biedenkopf gegen den geständigen Familienvater aus dem Hinterland einen Strafbefehl erlassen. Dem 38-Jährigen wird zu Last gelegt, am 15. April dieses Jahres der Spitzenathletin Ariane Friedrich über das Internetportal Faceook eine Sex-Mail mit dem Inhalt: „Willst du mal einen schönen Schw*** sehe? Gerade geduscht und rasiert. An diese Mail hatte er außerdem noch ein Foto angehängt mit einem erigierten männlichen Geschlechtsteil „in einer sexualbetonten Pose“, erklärte Annemarie Wied, Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft.

Auf dem Computer des Mannes fanden sie Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes unter den gelöschten Bereichen sowohl den Facebook-Eintrag als auch die angehängte Bilddatei mit dem erigierten Geschlechtsteil. Der Spitzensportlerin Friedrich war sehr daran gelegen, dass das Gericht auf eine mündliche Hauptverhandlung verzichten soll, deshalb ging dem Angeklagten am Dienstag der Strafbefehl zu. Das Strafmaß beträgt 30 Tagessätze á 35 Euro. Zudem wurde das für die Tat verwendete Notebook des Angeklagten eingezogen.  Der bisher unbescholtene Hinterländer hatte über seinen Verteidiger  die Tat eingeräumt und Reue gezeigt. Innerhalb von zwei Wochen kann der 38-Jährige gegen den Strafbefehl Einspruch einlegen.

Verzichtet er darauf, ist er rechtskräftig. Bei der Strafzumessung wegen der Verbreitung von pornografischer Schriften und Beleidigung ließ sich das Amtsgericht von der Überlegung leiten, dass virtueller Exhibitionismus und Internetmobbing in sexualbezogenen Kontexten eine zunehmende Verbreitung erfahren und wegen ihrer regelmäßig nachhaltigen Folgen für die Opfer konsequenten Verfolgung und Ahndung erfordern. Auch seien der Hinterländer und seine Familie infolge des Ermittlungsverfahrens, einer Hausdurchsuchung und Sicherstellung der Beweismittel in den Fokus der Medienberichterstattung geraten. Dies habe einen bleibenden Eindruck hinterlassen, heißt es in der Pressemitteilung des Biedenkopfer Amtsgerichts.Für Ariane Friedrich, die den Namen und Wohnort des Beleidigers auf ihrer Facebook-Seite veröffentlich hatte, hat ihr Vorgehen keine Auswirkungen. Gericht und  Staatsanwaltschaft bewerteten dies Vorgehen nicht und gingen auch nicht der Frage der Rechtmäßigkeit oder der Nachvollziehbarkeit von Friedrichs Verhalten nach. 

von Silke Pfeifer-Sternke

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