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Stadt will Geld zurück

Vorschuss bewilligt Stadt will Geld zurück

Die Stadtverordneten ­machen‘s möglich: Der SC Gladenbach wird ­seinen Kunstrasenplatz fertigbauen und der Turnverein die Leichtathletik­anlage modernisieren.

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Es geht voran: Rund um den neuen Kunstrasenplatz waren am Freitag Mitglieder des Gladenbacher Sportclubs im Einsatz. In Kürze wird der Platz mit einer Pflasterung eingefasst.Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. In der August-Sitzung des Stadtparlaments hatten die Fraktionen Beratungsbedarf reklamiert, in der Donnerstag-Sitzung sah es bei den meisten Stadtverordneten nicht so aus, als ob sich bezüglich ihrer Grundeinstellung zur Sache etwas geändert hätte.

Von drei Anträgen wurde - wie zu erwarten - der Magistrats­vorlage zugestimmt. Die Vereine erhalten nun von der Stadt maximal 56000 Euro zur Schließung der Finanzierungslücke, die sich schon in der finalen Planungsphase der beiden Sportanlagen-Bauten des SC Gladenbach und TV Gladenbach aufgetan hatte. Die Fußballer errichten neben ihrem bestehenden Rasenplatz an der Biedenkopfer Straße einen Kunstrasenplatz, der Turnverein lässt die Leichathletik­anlage modernisieren. Aus der Tennenanlage wird eine moderne Anlage, vergleichbar der in Lohra.

Keine Mehrheit gab es am Donnerstag für die Anträge der Fraktion Junge Liste/Die Grünen, die den Betrag als Zuschuss gewähren wollte und für den Antrag der Stadtverordneten Peter Kremer (SPD) und Dirk Ronzheimer (CDU), der vorsah, die Frist für die Rückzahlung des Vorschusses auf zehn Jahre auszudehnen.

Edmund Zimmermann, Fraktionsvorsitzender der Jungen Liste, begründete den Antrag seiner Fraktion. „Wir legen die 56000 Euro auf unseren städtischen Zuschuss drauf, auch wenn die anderen ihre ursprünglichen Zusagen über zu tätigende Zuschüsse nicht einhalten“, empfahl er. Zimmermann erinnerte an städtische Bauprojekte wie das Regionalmuseum in Weidenhausen, die Kulturscheune in Frohnhausen sowie die Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Mornshausen und Erdhausen. Ihm könne keiner erzählen, dass bei solchen großen Vorhaben von vorneherein auf Euro und Cent die Investitionssumme feststehe.

Er mahnte, bei solchen Entscheidungen Stadtteildenken erst gar nicht aufkommen zu lassen. „Hier soll etwas für die Stadt Gladenbach entstehen, und da sollten wir zusammenstehen“, sagte Zimmermann. Mit der Bereitstellung des weiteren Zuschusses zum Schließen der Finanzierungslücke sollten die Vereine sogleich in die Pflicht genommen werden und versuchen, weitere Gelder zu generieren, um den Zuschussbedarf zu reduzieren, forderte er.

Peter Kremer bat darum, das Projekt als Ganzes zu betrachten, „für die beteiligten Vereine, für andere Vereine, die die Anlagen ja auch mitbenutzen wollten, für die Schule am Ort und nicht zuletzt für die Stadt Gladenbach selbst.“ Eine Ablehnung des von ihm vorgestellten Antrages bedeute zwar nicht mehr das Aus für das Projekt. Es ergäben sich aber unendlich viele Schwierigkeiten und Komplikationen für die beteiligten Vereine und deren Verantwortliche. „Wenn Sie den Vereinen helfen und nicht schaden wollen, dann stimmen Sie entweder für die ,grüne Variante Zuschuss‘ oder für den zehnjährigen Zuschuss“, riet er den Stadtverordneten und fügte an: „Geben Sie den Vereinen die für sie notwendige Zeit zur Rückzahlung.“

Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim brach eine Lanze für die generelle weitere Unterstützung der Vereinsprojekte und erinnerte, dass die Stadt recht hohe Beträge in die Schaffung neuer Krippenplätze investiere.

Rainer Bastian (SPD) machte in seinem Redebeitrag deutlich, dass andere Vereine bei ihren Bauvorhaben mit einem wesentlich geringeren städtischen Zuschuss auskommen müssten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Gunthard Koch und Helmut Brück, Fraktionschef der Freien Wähler plädierten für den Fünf-Jahres-Vorschuss, so stimmten im Wesentlichen auch ihre Fraktionen ab. Lediglich in der SPD gab es bei der namentlichen Abstimmung über die Anträge Befürworter und Gegner einer weiteren Hilfe für die Vereine sowie Enthaltungen.

Der gut besuchten Parlamentsitzung wohnten Vertreter beider Vereine bei. Nach der Entscheidung für einen Fünf-Jahres-Vorschuss tagte sogleich der Turnbeirat des TV Gladenbach. Vorsitzender Michaelo Walter gab bekannt, das Gremium habe sich entschlossen den Vorschuss anzunehmen. Das Bauprojekt sei zu weit fortgeschritten, um es jetzt sterben zu lassen. Gleichwohl sei man enttäuscht, dass es nicht zu einem Zuschuss oder einem längerfristigen Vorschuss gekommen sei. Nun müsse alles daran gesetzt werden, die hohe finanzielle Belastung mit Hilfe von Spenden und anderen Einnahmen wie dem ins Auge gefassten Sponsorenlauf so schnell wie möglich zu reduzieren.

von Hartmut Berge

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