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Stadt will Center-Belegung kontrollieren

Diskussion um Gutenberg-Center Stadt will Center-Belegung kontrollieren

In einer Sondersitzung diskutierte der Werbekreis Oberstadt am Dienstagabend noch einmal das Konzept des geplanten Gutenberg-Centers in der Marburger Innenstadt. Für die Händler wichtige Fragen wurden dabei geklärt und Ideen ausgetauscht.

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Die Marburger Oberstadt ist vor allem zu Aktionstagen – wie hier beim Marburger Frühling – immer ein Besuchermagnet. Das soll laut Stadtentwicklung auch so bleiben.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zu der außerordentlichen Sitzung eingeladen hatte der Vorstand des Werbekreises Oberstadt auch einen Vertreter der Stadt Marburg: Wolfgang Liprecht vom Referat für Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung ging vor allem auf die Kritikpunkte der Gewerbetreibenden ein, die diese in einem Brief an Oberbürgermeister Egon Vaupel, den Magistrat und die Parteien formuliert hatten (die OP berichtete).

„Die Pläne für das Gutenberg-Center gehen zurück auf die im Jahr 2009 gemachte Cima-Studie“, erklärte Liprecht den Händlern. Denn dort sei festgestellt worden, dass der Stadt Marburg jährlich rund 75 Millionen Euro an Kaufkraft verloren gingen, weil bestimmte Marken und Geschäfte in der Stadt nicht vertreten seien und deshalb viele Menschen gar nicht erst nach Marburg zum Einkaufen kommen würden. „Das wollen wir als Stadt verhindern oder zumindest mindern und haben daher ein Center ins Auge gefasst“, betonte Liprecht.

Zur von den Oberstadt-Händlern kritisierten Belegung des geplanten Centers versprach der Stadtentwicklungsreferent: „Wir werden darauf achten, dass eine Verkaufsfläche von 12000 Quadratmetern nicht überschritten wird, dass ein bestimmter Branchenmix dort einzieht und dass dort keine Betriebe angesiedelt werden, die in der Oberstadt vertreten sind oder vertreten sein könnten.“ Entsprechende Auflagen seien auch an den Berliner Investor Joachim Tenkhoff gegangen. „Sie können versichert sein, dass wir die nötigen Mittel haben, damit Herr Tenkhoff einen Belegungsplan entsprechend den Empfehlungen aus der Cima-Studie einhält“, sagte Liprecht. Die Stadt werde das kontrollieren.

Auch die Frage nach Parkplätzen wurde wieder diskutiert. „Wenn das Center kommt und wieder mehr Leute nach Marburg bringt, müssen die auch irgendwo ihr Auto abstellen. Die Menschen wollen sicherlich nicht am Afföller parken und mit dem Bus in die Innenstadt pendeln, wie es sich die Politik immer wünscht. Die geplanten Parkflächen im Center sind definitiv zu wenig, vor allem wenn die Brauerei-Parkplätze wegfallen“, sagte Gerhard Werner von der Glaserei Werner.

In der Marburger Innenstadt gebe es rund 6000 Stellplätze und die seien selten alle belegt, erklärte Wolfgang Liprecht dazu und ergänzte: „Die Brauerei-Parkplätze waren nie als Dauerlösung gedacht. Die Stadt wird sich aber Gedanken machen, wo zusätzliche Flächen geschaffen werden können. Wir werden aber nicht umhin kommen, diese übereinander zu stapeln.“

Auch zum Zustand der Häuser und der Straßen in der Oberstadt gab es sowohl Kritik als auch Hinweise für die Stadt, die Liprecht entgegennahm. „Ich kann Ihnen aber sagen, dass wir als Stadt keinen Eigentümer dazu zwingen können, seine Miete zu senken oder sein Haus zu sanieren, wenn er das nicht will“, erläuterte er und beruhigte die Händler damit, dass der Stadt Marburg sehr viel daran liege, dass die Oberstadt auch zukünftig ein Aushängeschild und Besuchermagnet bleibt.

von Katharina Kaufmann

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