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Stadt stellt Windpark-Pläne vor

Bürgerversammlung Stadt stellt Windpark-Pläne vor

Weit mehr als 100 Gladenbacher erhielten am Dienstagabend aus erster Hand Informationen zu den laufenden Planungen eines Windparks bei Römershausen. Dort sollen für 20 Millionen Euro 4 Windkraftanlagen entstehen.

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Diese vier Windräder stehen bei Wetter. Die Stadt Gladenbach plant, einen Windpark mit ebenfalls vier Windrädern in der Gemarkung Rachelshausen/Römershausen nahe dem von Bad Endbach geplanten Windpark-Projekt am Hilsberg.

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Während der Bürgerversammlung stand nicht die Frage im Vordergrund, ob die Stadt Gladenbach generell Windenergie befürwortet. Vielmehr informierten Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim und Bauamtsleiter Ulrich Weber darüber, wo die Errichtung eines Windparks derzeit realisierbar ist, welche Betreiberform infrage kommt und welche weiteren Windpotenzialflächen im Stadtgebiet vorhanden sind.

Perspektivisch sind fünf Flächen denkbar, an denen Windkraftanlagen errichtet werden können. Favorisiert wird die Fläche, die direkt an den von Bad Endbach geplanten Windpark am Hilsberg angrenzt: in der Gemarkung Römershausen/Rachelshausen.

Im März dieses Jahres fällte der Magistrat den Beschluss, ein Gutachten in Auftrag zu geben, damit die Tierwelt im Zielgebiet untersucht wird. Die Dauer der Untersuchung bezifferte Weber auf etwa ein Jahr, deshalb sei es wichtig, frühzeitig aktiv zu werden.

Etwa zeitgleich wurde die Kommission Windenergie gegründet, die sich aus Mitgliedern aller Fraktionen zusammensetzt. Ebenfalls im März wurden Angebote von Produzenten von Windkraftanlagen eingeholt.

Nach derzeitigem Planungsstand könnten auf der Fläche bei Römershausen/Rachelshausen vier Windräder mit einer jeweiligen Gesamthöhe von 200 Metern entstehen. Als Beispielmodell führte Weber den Typ Enercon E 101 an, der bereits in Oberdieten in Betrieb ist.

„Es ist eine stattliche Anlage, die aber erforderlich ist, da in der Region die Windgeschwindigkeit nicht so hoch ist, wie etwa an der Nordsee. Die Kosten einer Anlage bezifferte Knierim auf 4,6 Millionen Euro. Inklusive der Nebenkosten für die Zuwegung und die Leitung zum Netz rechnet der Kämmerer mit einem Finanzvolumen von 20 Millionen Euro. Dieser Betrag sei eine „ordentliche Hausnummer“, die eine sorgfältige Planung und eine vernünftige Wirtschaftlichkeitsberechnung voraussetze. Um das Risiko für die Stadt zu minimieren, müsse das Projekt auf solide Füße gestellt werden. Als Standortvorteil führte Knierim an, dass in der Rachelshäuser Gemarkung die Kyrillflächen in die Planungen einbezogen worden sind. Somit muss keine Waldfläche gerodet werden, und die bereits laufende Aufforstung kann fortgeführt werden. Werden tatsächlich vier Windräder errichtet, produzieren sie 5 Millionen Kilowattstunden Strom. Die Anlage könnten 7500 Haushalte im Stadtgebiet mit Elektrizität versorgen. „Wir wären energieautark, produzieren sogar über den Bedarf hinaus“, sagte Knierim. Allerdings dämpfte ein Zuhörer diese Aussage, weil er zu bedenken gab, dass in dieser Darstellung die Industrie- und Gewerbebetriebe nicht berücksichtigt sind.

Theoretisch kann die Stadt Gladenbach, wie Bad Endbach auch, zu 100 Prozent als Betreiber des Windparks auftreten. Die Stadt strebt aber die Gründung eine Betreibergesellschaft an, bei der sie 50 Prozent der Anteile hält, 25 Prozent könnten Investoren halten und weitere 25 Prozent könnte als Bürgerbeteiligung ausgeschrieben werden.

Weitere Vorrangflächen sind:

nAllberg/Runzhausen;

nBellnhausen, Herzhausen/

Diedenshausen;

n Donnersberg bei Frieberts-hausen; n Koppe/Drusberg bei Erd-hausen/Mornshausen. Allerdings befindet sich das Gebiet Koppe auf Lohraer Gemarkung und die Fläche bei Bellnhausen/Diedenshausen beplant derzeit die Gemeinde Dautphetal. Mit beiden Gemeinden sei die Stadt im Gespräch über einen interkommunalen Windpark, konkrete Planungen dazu gebe es aber noch nicht, erklärte Knierim. Um die Gladenbacher in die Planung zum Windpark bei Römershausen/Rachelshausen „mitzunehmen“ sollen dem Auftakt, bei dem nur wenige kritische Fragen vorgetragen wurden, weitere Informationsveranstaltungen folgen. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Bürgerversammlung, die sehr sachlich und unaufgeregt verlief, beendet.

von Silke Pfeifer-Sternke

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