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Stadt hat ihr Krippen-Ziel bald erreicht

Gladenbach Stadt hat ihr Krippen-Ziel bald erreicht

Die Stadt Gladenbach wird noch einmal Geld in die Hand nehmen, um Plätze für die U-3-Kinderbetreuung zu schaffen. Investiert wird in den evangelischen Kindergarten in Mornshausen.

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Gladenbach. Ob die Magistratsvorlage zur Sanierung und Modernisierung des Kindergartens und der Umwandlung einer altersgemischten Gruppe in eine U-3-Krippengruppe heute Abend schon die Zustimmung des Parlamentes findet, ist ungewiss. Am Dienstag sprach sich der Ausschuss für Jugend und Sport, soziale und kulturelle Angelegenheiten noch mit sechs Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen für das Vorhaben aus, im Hauptausschuss gab es hingegen aus den Reihen von CDU und Freien Wählern Vorbehalte bezüglich der zeitlichen Planung und der Bausumme. Gleichwohl empfahl das Gremium mit drei Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen dem Parlament die Zustimmung zur Magistratsvorlage.

So wie jede andere Kommune, muss auch Gladenbach bis 2013 genügend Krippenplätze geschaffen haben, um den gesetzlichen Vorgaben zu genügen.

Grünes Licht für entsprechende Investitionen gab die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2010. Der Gesetzgeber verlangt, dass bis 2013 für durchschnittlich 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder Betreuungsplätze zur Verfügung stehen.

Bewerkstelligt werden sollte dies in der Stadt Gladenbach unter anderem mithilfe von Anbauten. Die erste bauliche Veränderung betrifft den katholischen Kindergarten in der Kernstadt. Ein noch nicht ganz fertiggestellter Anbau schafft Platz für eine U-3-Gruppe mit zehn Kindern.

In dem Hort bestand bis 2005 eine vierte Regelgruppe, die aber wegen zurückgehender Kinderzahlen geschlossen wurde. Auch dies bot Platz für das neue Angebot. Im Anbau sind ein Schlaf- und Therapie- sowie ein Personalraum untergebracht. Ganz ohne Investitionskosten der Stadt entstehen im früheren kommunalen Kindergarten Pusteblume in Runzhausen zum im August beginnenden neuen Kindergartenjahr zehn weitere U-3-Plätze. Zehn Plätze gibt es dort bereits. Träger der integrativen Kindertagesstätte ist das Kinderzentrum "Weißer Stein".

Investition in Mornshausen soll 378000 Euro kosten

Mit der nun anvisierten baulichen Veränderung im Mornshäuser Kindergarten werde die Stadt die gesetzlichen Vorgaben bis zum August 2013 erfüllt haben, kündigte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim am Dienstag in den Fachausschüssen an.

Vorgesehen ist dort die Umwandlung einer altersgemischten Gruppe mit zurzeit fünf Plätzen für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren in eine U-3-Krippengruppe mit insgesamt zehn Plätzen. Noch im vergangenen Jahr waren die Um- und Anbaukosten mit 494000 Euro beziffert worden. Ein abgeänderter Raumplan machte es möglich, dass die neue Kostenschätzung nun bei 378000 Euro liegt. Einhergehend mit dem Anbau sollen auch dringend nötige Sanierungsarbeiten erledigt werden.

Bliebe es nach der Ausschreibung bei dem geschätzten Betrag, müsste die Stadt 247000 Euro aus eigener Tasche bereitstellen, die im Haushalt 2013 einzustellen wären.

Dagegen meldete im Haupt- und Finanzausschuss Michael Thomas (CDU) seine Bedenken an. Im Hinblick auf die ausstehenden Informationen zum kommunalen Schutzschirm, unter den sich Gladenbach womöglich begeben will, könne man nicht jetzt schon Ausgaben für den Haushalt 2013 beschließen, kritisierte er. Dem hielt Jörg Ruppert (SPD) entgegen, dass es sich dabei um Pflichtaufgaben der Kommune handele, für die im Zweifelsfall auch Kredite von den Aufsichtsbehörden genehmigt würden.

Helmut Brück monierte die doch recht hohen Baunebenkosten in der Kostenschätzung und regte an, dass neu gerechnet werden müsse. Zu all dem musste Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim noch einen Wermutstropfen in den Wein gießen. Mehr oder weniger per Zufall habe die Stadt erfahren , dass Bund und Land ihren Fördersatz von bisher 15000 Euro pro neuen Krippenplatz um rund 15 Prozent kürzen wolle. Für die Investition im Mornshäuser Kindergarten waren bisher 75000 Euro an solchen Zuschüssen kalkuliert worden. Seitens der Kirche fließen 27000 Euro in das Projekt. Nun will die Stadt abklären, ob das Verschieben des Beschlusses in die Sitzung vor der Sommerpause den Zuschuss der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gefährden würde. Roland Petri sprach sich für einen zeitigen Beschluss aus, "schließlich müssten sowohl Kirche als auch Eltern Planungssicherheit haben".

Gladenbachs Stadtverordnetenversammlung tagt am Donnerstag ab 19 Uhr im Haus des Gastes.

von Hartmut Berge

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