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Hinterland Sparkasse verkleinert Filialnetz
Landkreis Hinterland Sparkasse verkleinert Filialnetz
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19:43 10.10.2016
Die Sparkasse in der Weidenhäuser Straße in Marburg wird nächstes Jahr geschlossen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Der Verwaltungsrat, das Aufsichtsorgan der Sparkasse, hat in seiner Sitzung am Donnerstag eine Neustrukturierung beschlossen. Das gab die Sparkasse am Montag in einer Presseinformation bekannt.

Unter Neustrukturierung ist aus Sicht der Kunden in erster Linie die Schließung von Filialen zu verstehen: Es wird in zwei Jahren nur noch 53 statt bisher 67 Standorte geben. Die ersten Schließungen erfolgen im ersten Halbjahr 2017, betroffen sind zum Beispiel die Filialen in Schröck und Niederwalgern.

Neun Geschäftsstellen werden in Selbstbedienungs-/Geldautomaten-Standorte umgewandelt. Die von den Schließungen betroffenen Mitarbeiter werden in anderen Abteilungen oder Standorten weiterbeschäftigt, hieß es. Mitarbeiter und die Bürgermeister und Ortsvorsteher in den Kommunen seien seit Freitag informiert worden. „Wir stießen auf Verständnis“, so Vorstandschef Andreas Bartsch im Gespräch mit der OP.

„Begleitet wird die Neustrukturierung des Geschäftsstellennetzes von einem großen Investitionsprogramm. Alleine in die Neugestaltung der Geschäftsstelle Biedenkopf investiert die Sparkasse einen zweistelligen Millionenbetrag“, teilt der Vorstand mit. „Wir werden in jeden Standort, der erhalten bleibt, investieren“, erklärte Bartsch.

Sechs Standorte sollen darüber hinaus in ihrem Serviceangebot deutlich aufgewertet werden. In den künftig „Beratungscentern“ genannten Geschäftsstellen in der Universitätsstraße in Marburg, in der Bahnhofstraße in Stadtallendorf, in Gladenbach, Kirchhain, Wetter und Biedenkopf werden die Kapazitäten erweitert. Dort werde den Kunden auch die Baufinanzierungsberatung angeboten.

Schließungen in mehreren Etappen

„Mit nach der Umstrukturierung 35 personenbesetzten Geschäftsstellen und 18 SB/Geldautomaten-Standorten hat die Sparkasse Marburg-Biedenkopf auch weiterhin das mit Abstand dichteste Filial- und Geldautomatennetz aller Kreditinstitute im Landkreis“, erklärt die Sparkasse in ihrer Mitteilung.

In der Kernstadt Marburg werden drei Filialen – in der Frankfurter Straße, Barfüßerstraße und Weidenhäuser Straße – geschlossen. „Wir haben die Zentrale in der Universitätsstraße, die von diesen Straßen fußläufig erreichbar ist“, so Bartsch. Zudem betonte er, dass der Standort Barfüßer Straße zu einem SB-Standort umgewandelt werde: Dort könnten Ein- oder Auszahlungen am Automaten vorgenommen werden.

In die Filiale soll nach Schließung und Umbau dann das erweitere Kundenservicecenter einziehen, das im April eingerichtet worden war (die OP berichtete). Mitarbeiter beantworten dort Fragen der Kunden über Telefon und Internet. Bartsch betonte: „Uns geht es nicht darum, damit Geld zu sparen. Wir haben ein geändertes Kundenverhalten, das eine organisatorische Neuausrichtung erfordert.“

80 Prozent der Geldauszahlungen erfolgen laut Bartsch am Automaten. Lag der Anteil von Online-Konten bei den Privatkunden vor sechs Jahren noch bei 37 Prozent, so nutzen jetzt die Hälfte der Privatkunden ein Online-Konto.

Die junge Generation nutze immer mehr das Online-Banking, daher sei schon länger 
bekannt, dass sich das Kundenverhalten ändere.
Die Sparkasse habe die Schließung in einer Projektgruppe vorbereitet, 30 Mitarbeiter 
seien Teilnehmer dieser Gruppe. Grundlage für die Entscheidung sei eine Standortanalyse mit genauen Zahlen. Auch der Verwaltungsrat habe den Beschluss „sehr einvernehmlich“ mitgetragen.

von Anna Ntemiris