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Hinterland Soldaten bereiten grandioses Finale
Landkreis Hinterland Soldaten bereiten grandioses Finale
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18:01 03.06.2014
Sie sangen zum Abschluss gemeinsam: Sängerin Bwalya und Allrounder Ralph Winter. Quelle: Benedikt Bernshausen
Wallau

Es ist der letzte Abend des Festwochenendes zur 675-Jahr-Feier. Aus allen Richtungen strömen die Menschen, junge und alte, zu Fuß zum Festplatz. Noch vertreten sich die Musiker am Lahnufer die Beine, doch im Zelt steigt die Vorfreude auf die Big Band der Bundeswehr mit jeder Minute. Schon mehr als eine Stunde vor Beginn des Konzertes veröffentlichten wartende Besucher Fotos der noch menschenleeren Bühne im Internet, verbunden mit dem Kommentar: „Das Wichtigste fehlt noch . . . “

Beate Gerhard lässt ihren Blick durch das Festzelt schweifen: Etwas mehr als 1000 Menschen sitzen an den Tischen - und ihnen verspricht die Vorsitzende: „Das ist unser großes Finale: Es wird gigantisch gut werden!“

Begleitet von tosendem Beifall betreten schließlich die Musiker die Bühne: 21 Männer - Gitarristen, Blechbläser, Schlagzeuger, E-Pianisten und Keyboarder - in strahlend weißen Uniformen und golden glänzenden Rangabzeichen, angeführt von Bandleader Oberstleutnant Christian Weiper.

Das Repertoire der international bekannten Profimusiker reicht von klassischen Stücken über Swing, Jazz und „ein wenig Metal“ bis zu Rock- und Popmusik. Ihre Vielseitigkeit beweist die Big Band schon in den ersten Minuten: Die Männer beginnen mit einem Medley „deutscher Unterhaltungsmusik“ der Nachkriegszeit aus der Feder von Bert Kaempfert, ehe anschließend Sängerin Bwalya aus Sambia als einzige weibliche Akteurin des Abends die Bühne betritt und mit ihrer klaren, souligen Stimme Gänsehaut erzeugt: Auf ihre bezaubernde Interpretation von Tom Jones‘ Welthit „I who have nothing“ folgte ein Medley mit Stücken der wunderbaren Shirley Bassey, darunter „Goldfinger“, das Titellied des gleichnamigen James-Bond-Filmes.

Dann erlebt das Wallauer Publikum sogar eine Premiere: Während der Auftritte in allen Ecken der Welt - zuletzt spielte die Big Band in Südamerika - begegnete den Musikern im Radio immer wieder Pharall Williams‘ Charterfolg „Happy“, erzählt der Bandleader. „Den mussten wir in unser Programm aufnehmen.Wir haben ihn vorhin geprobt, er sitzt!“

Dass die Musiker der Big Band der Bundeswehr zu den besten Instrumentalisten des Landes gehören, beweisen die Männer bei verschiedenen Solos. Ob die Schlagzeuger um Martin Eßer, die während Gloria Estefans „Conga“ mit einer mehrminütigen Einlage glänzen, oder Christoph Heftrig, der mit seinem Saxophon in bester Kirmesmanier auf den Biertischen spielt und tanzt. Längst hält es die ersten Gäste nicht mehr auf den Bänken - und als Sänger Ralph Winter schließlich das „Kult-Rock-Medley“ präsentiert, unterstützt die Big Band ein Chor aus tausend Kehlen: Grönemeyer, Klaus Lage, Münchener Freiheit, Pur. Jubelstürme. Stehende Ovationen. Das euphorische Publikum feiert die Big Band, die sich mit mehreren Zugaben bedankt und mit Simon and Garfunkels „Bridge over troubled Water“ einen grandiosen Schlusspunkt setzt.

Als das Licht auf der Bühne erlischt, treten die Besucher allmählich aus dem Zelt heraus in den warmen Sommerabend. Die Mondsichel strahlt am dunkelblauen Horizont. Ein Ehepaar geht Arm in Arm über die Lahnbrücke zurück ins Dorf: „Es war umwerfend, einfach toll!“

von Benedikt Bernshausen

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