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Smartphone soll Bank-Karten ersetzen

Pilotbanken Smartphone soll Bank-Karten ersetzen

Smartphone statt EC- oder Kreditkarte zum Zahlen nutzen: Dieses Projekt testen nun zwei heimische Genossenschaftsbanken als Pilotprojekt für ganz Deutschland.

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Helmut Euler (von links), Christian Naumann und Hans-Heinrich Bernhardt demonstrierten gestern das Bezahlen mit der digitalen Bankkarte.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die VR Bank Hessenland und die Volksbank Mittelhessen wurden als Pilotbanken von der genossenschaftlichen Finanzgruppe ausgewählt, die Bezahlmethode in einer Testphase auf Herz und Nieren zu überprüfen. Gestern fiel dazu der Startschuss im Rewe-Markt Naumann in der Universitätsstraße.

In der ersten Phase werden rund 200 Tester aus dem Kreis der Bankmitarbeiter und Projektbeteiligten das Bezahlen via Smartphone ausprobieren – zunächst mit einer digitalen Version der Mastercard-Kreditkarte und noch im Laufe des Dezember mit der EC-Karte und der Visa-Kreditkarte. Diese erste Phase läuft bis Ende des kommenden April. Dabei sollen vor allem Kriterien wie Nutzerfreundlichkeit und einfache Bedienung im Vordergrund stehen – und auch eventuell auftretende Fehler sollen dann ausgemerzt werden.

Nach diesem „Beta-Test“ sollen im kommenden Frühjahr dann die Kunden der beiden heimischen Banken sowie weiterer genossenschaftlicher Kreditinstitute einbezogen werden, ab Juli sollen dann schrittweise alle Genossenschaftsbanken diese Bezahllösung anbieten können.  

„Das Handy ist ein Bestandteil des täglichen Lebens der Menschen geworden“, sagt Hans-Heinrich Bernhardt, Vorstandsmitglied der Volksbank Mittelhessen. Das Telefon habe man immer dabei – „und wenn man es vergessen hat, fährt man nach Hause und holt es. Für mein Portemonnaie würde ich das nicht machen“, verdeutlicht er. Daher sei es „nur die logische Folge“, dass man mit dem mobilen Telefon nun auch Bezahlvorgänge auslösen könne.

Bezahlvorgang dauert nur wenige Sekunden

Für Helmut Euler, den Vorstandsvorsitzenden der VR Bank Hessenland, ist klar: „Bequemlichkeit und Schnelligkeit zeichnen das Bezahlen mit dem Smartphone aus – das Handy gehört zum Leben dazu, bildet viele Lebensbereiche als Begleiter ab.“ Die digitale Bankkarte verwandele das Smartphone­ nun in ein komfortables und schnelles Zahlungsmittel. Mit dem Projekt greife man „die ­geänderten Nutzungsgewohnheiten unserer Kunden auf“, so ­Euler.

Bernhardt betont, dass die Kunden sich auf die Sicherheit verlassen könnten, „denn die Kunden vertrauen uns schon bei ihren Bankgeschäften“. Weiteres Sicherheitsplus sei, dass die Server in Deutschland stünden – auch sei geplant, später auch weitere Banken zu integrieren, sodass es keinen Grund gebe, noch Apps weiterer Anbieter zu verwenden.

Zum Bezahlen bestellt und lädt der Nutzer zunächst einmalig die digi­tale Karte über die VR-Banking-App auf das eigene Smart­phone. Danach hält der Karteninhaber sein Mobilfunkgerät wie eine kontaktlose Bankkarte vor das Bezahlterminal im Handel und begleicht so seine Rechnung. So müsse der Kunde nicht einmal mehr das Portemonnaie suchen.

Zusätzlich könne auch die „Express-Zahlung“ im Smart­phone gewählt werden, womit das Öffnen der Banking-App nicht mehr nötig sei – das Einschalten des Displays reiche aus.
Für eine passende Infrastruktur sei gesorgt, denn seit dem immer mehr physische Bankkarten das kontaktlose Bezahlen erlauben, rüste auch der Handel seine Bezahlterminals in hohem Tempo auf den weltweiten Standard „Near Field Communica­tion“ (NFC) um, etwa die Hälfte aller Terminals in Deutschland sei bereits NFC-fähig.

Für Christian Naumann, ­Inhaber des Rewe-Markts Naumann, stehen Komfort und Schnelligkeit für die Kunden im Vordergrund. „Der Bezahlvorgang dauert nur wenige Sekunden, das ist schon ein echter Gewinn“, sagt er. Er sehe sich als Dienstleister, daher sei es ihm auch wichtig, seinen Kunden diese Art der Bezahlung anbieten zu können.

von Andreas Schmidt

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