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Hinterland Sind 0,5 Hektar zu viel, viel oder wenig?
Landkreis Hinterland Sind 0,5 Hektar zu viel, viel oder wenig?
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00:15 31.03.2014
Die Baustelle des Windrad-Standorts 1 auf dem Hilsberg oberhalb von Holzhausen. Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Bad Endbach

„0,5 Hektar, das hört sich fast niedlich an“, sagt Reinhold Leinweber, „aber das sind 5000 Quadratmeter bei einer genehmigten Fläche von rund 40000 Quadratmetern“, verdeutlicht der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Holzhausen. Die BI hatte beim Regierungspräsidium (RP) in Gießen im Februar eine vermeintliche Überschreitung moniert, woraufhin die Aufsichtsbehörde eine Überprüfung anordnete:

Erst beauftragte die Gemeinde Bad Endbach ihre ökologischen Baubegleiter damit, dann fand Ende Februar ein Ortstermin auf dem Hilsberg statt. Beteiligt waren Vertreter der Gemeinde Bad Endbach, der Oberen Forstbehörde, des Forstamts und der ökologische Bauüberwacher. Obwohl keine größeren Abweichungen von den Ergebnissen des Bauüberwachers erkennbar waren, wurde zur Sicherheit der Gemeinde auferlegt, einen „anerkannten Markscheider“ – ein gerichtlich vereidigter Vermesser – zu beauftragen. Die Messung fand am 28. Februar statt.

Nachbilanzierung wird Gewissheit geben

Weil das der BI zu lange dauerte, nahmen sie selbst Messinstrumente in die Hand und begaben sich auf die Baustelle. Zwei Mal maßen BI-Mitglieder mehrere Stunden lang und seien jedes Mal auf rund 60000 Quadratmeter gekommen. Eingerechnet seien darin zum Beispiel auch Erdanhäufungen, „die für den Bau in Anspruch genommene Fläche“, präzisiert Leinweber.

Seit Mitte dieser Woche liegt dem RP das Ergebnis des Markscheiders vor. Laut RP-Sprecherin Ina Velte wurde „grundsätzlich nach dem vom RP Gießen genehmigten Rodungsplan gearbeitet“. In der Summe mehrerer kleiner Flächen weichen die Messergebnisse an den fünf Standorten „um knapp 0,5 Hektar von der in beiden Bescheiden genehmigten Rodungsfläche ab“. Das sei aber noch nicht das endgültige Ergebnis, erklärt Velte. Wie im Genehmigungsbescheid vorgesehen, gibt es nach dem Ende der Bauarbeiten eine sogenannte „Nachbilanzierung“.

Notwendige Nacharbeiten wurden erlaubt

Solche Nachbilanzierungen sind vorgesehen, da bei Großbaustellen nicht alle Eventualitäten bis ins Detail planbar sind, erläutert Velte. Beispiel: Auf dem Hilsberg wurden sich Endbacher, Bauüberwacher, Baufirma, Forstleute und Vertreter der Oberen Naturschutz- und Forstbehörde einig, an einigen Stellen „zwingend notwendige Nacharbeiten“ zu erlauben. Diese Arbeiten, zum Beispiel zur Lagerung von Holzpoldern oder zur besseren Befahrbarkeit mit schweren Fahrzeugen, führten „zu einem sehr großen Teil“ zu dem 0,5-Hektar-Ergebnis.

Bei der Nachbilanzierung werden Eingriffs- und Ausgleichsflächen aufgerechnet und wenn nötig Ersatzaufforstungen oder andere naturschutzrechtliche Ausgleiche gefordert.

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