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Sieben Jahre des Wartens sind vorüber

Grenzgang Biedenkopf Sieben Jahre des Wartens sind vorüber

Das lange Warten auf das größte historische Heimatfest im Landkreis hat ein Ende: Am Mittwochabend ist Vorfeier für den Biedenkopfer Grenzgang.

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Biedenkopf. Um 18 Uhr wird das Grenzgangsfest mit Böllerschüssen eröffnet. Zwar fehlen bis zum ersten offiziellen Ausmarsch noch 13 Stunden, aber das nur alle sieben Jahre stattfindende Fest ist dann freigegeben. Vielerorts werden Kapellen für musikalische Unterhaltung der vielen Menschen sorgen, die sich in und vor den Gaststätten sowie auf den Straßen sammeln. Im Vorlauf der Vorfeier gibt es ein Platzkonzert im Zentrum der ehemaligen Kreisstadt. Im Verlauf des Mittwochabends halten die vielen Hundert Bürger der Männergesellschaften und Burschenschaften ihre jeweiligen Kommersabende in den Stammlokalen ab, um sich endgültig auf das Fest einzustimmen. Dabei werden auch letzte organisatorische Einzelheiten für die bevorstehenden Festtage durchgesprochen, an denen von Donnerstag bis Samstag die 25,5 Kilometer lange Grenze der Hinterland-Stadt in drei Etappen abgegangen und „kontrolliert“ wird.

Jeden Morgen werden die Männergesellschaften und Burschenschaften auf dem Marktplatz Aufstellung nehmen, um mit dem Mohr, den Forstleuten, den Sappeuren, den Wettläufern und vielen Gästen die Grenzen ihrer Heimatstadt abzugehen. Die Reihenfolge des Abmarsches ist für jeden Tag ausgelost.

Auf den Frühstücksplätzen vollziehen Mohr und Wettläufer ein Zeremoniell, das als „Huppchen“ geläufig ist. Neubürger, Honoratioren oder Vertreter benachbarter Gemeinden werden von den Wettläufern zu den Worten „Der Stein - die Grenze - in Ewigkeit“ dreimal mit dem Hinterteil auf den Grenzstein gesetzt, damit dessen Standort nicht mehr vergessen werde. Der Gehuppchte zeigt sich beim Mohren und den Wettläufern mit einem Trinkgeld erkenntlich.

von Hartmut Berge

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