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Selbstkontrolle reduziert Seuchengefahr

Gefahren für Honig-Konsumenten Selbstkontrolle reduziert Seuchengefahr

Die bösartige Faulbrut zählt zu den lebensbedrohlichsten Gefahren für Bienenvölker. Imker und Honig-Konsumenten können dazu beitragen, dass sich diese Seuche nicht weiter ausbreitet.

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2007 untersuchte der Seelbacher Hans-Christian Mika diesen verseuchten Bienenstand im Lohraer Ortsteil Kichvers.

Quelle: Archivfoto

Gladenbach. Fälle von bösartiger Faulbrut gab es im Landkreis Marburg-Biedenkopf zuletzt 2008 in einigen Lohraer Ortsteilen. Seither mussten wegen der Seuche keine Sperrgebiete mehr eingerichtet werden. Inzwischen ist sogar ganz Hessen sperrgebietsfrei.

Die bakteriell verursachte bösartige Faulbrut – auch Amerikanische Faulbrut genannt, weil sie in Amerika erstmals entdeckt wurde – ist weltweit verbreitet. Sie gefährdet die Bienenbrut, ist aber ungefährlich für die erwachsene Biene, für den Menschen und andere Lebewesen.

Obwohl die Imker ihre Völker für den Winter längst aufgefüttert haben, stürzen sich die Bienen auch im Herbst bei Flugwetter auf jeden noch so kleinen Honigrest, um die Vorräte weiter aufzustocken.
„Diese unscheinbar kleinen Mengen finden die Bienen in achtlos weggeworfenen Gläsern oder Kunststoffbehältern, in denen Auslandshonige abgefüllt waren“, warnt Hans-Christian Mika, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Gladenbach und Umgebung.

Deshalb sei es sinnvoll, solche Behälter möglichst zu spülen, bevor sie in den Glascontainer wandern oder anderweitig entsorgt werden. Aber als Bienensachverständiger weiß Mika, dass heutzutage vor allem Imker zur Verbreitung der bösartigen Faulbrut beitragen, etwa durch Wabentausch, Völkervereinigung, Verfüttern von verseuchtem Pollen und Honig oder dem Verwenden von verseuchtem Wachs und verseuchten Beuten.

Hans-Christian Mika ist einer von zwei Bienensachverständigen im Gladenbacher Imkerverein. „Beim Ausbruch der bösartigen Faulbrut droht durch Verflug und Räuberei die Infizierung eines weiten Gebiets“, weiß er. Daher sei diese Krankheit anzeigepflichtig.

Nach deren amtlicher Feststellung durch das zuständige Veterinäramt wird im Umkreis der befallenen Bienenstände ein Faulbrut-Sperrgebiet mit mindestens einem Kilometer Radius eingerichtet.
Wenn ein klinischer Befund besteht, müssen die betroffenen Bienenstände saniert werden. Früher bedeutete das meist die Tötung aller Bienen und das Verbrennen sämtlichen Materials. Heute kann – gegebenenfalls – durch Kunstschwarmverfahren und Desinfektion der Beuten die weitere Ausbreitung der Krankheit verhindert werden. Unabdingbar ist allerdings die Vernichtung jeglichen schon einmal bebrüteten Wabenmaterials aus den befallenen Völkern.

Unter der Adresse http://imkerkataster.de gibt es im Internet eine Seite mit einem wöchentlich aktualisierten Faulbrutkataster für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

von Hartmut Berge

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.

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