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Kooperation Seite an Seite für ein gemeinsames Ziel

Zwei Unterschriften macht offiziell, was seit Jahren schon praktiziert wird. Eine Kooperationsvereinbarung stärkt die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Arbeitsagentur. Das Projekt „Vertiefte Berufsorientierung“ ist geboren.

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Volker Breustedt (li.), Leiter der Agentur für Arbeit Marburg und der Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern unterzeichneten im Beisein von Uwe Pöppler und Armin Plewa-Moormann sowie Gerhard Wenz den Kooperationsvertrag.Foto: Marie Lisa Schulz

Marburg. So ganz kann er das Drängen seiner Lehrer nicht verstehen. Er müsse sich doch endlich für einen Beruf entscheiden, müssen Interesse für seine Zukunft entwickeln. Die einzige Entscheidung, die ihn aber gerade interessiert, ist die Frage, ob esine Winterjacke „uncool“ oder doch einfach nur praktisch ist. Ob er seine Haare heute gelen oder einer Mütze verstecken soll. Ob er heute den Matheunterricht oder doch lieber seinen Freund besucht. Die Zukunft? Sie ist weit, weit weg für einen 14-Jährigen.

Umso wichtiger sei es, so Gerhard Wenz, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit, Jugendlichen schon frühzeitig berufliche Orientierung zu bieten. Und das über die üblichen Kontakte, die die Schüler im Rahmen von Berufsfindungstagen haben, hinaus. Sie sollen im besten Fall mit dem Schulabschluss auch einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Im Idealfall in einem Berufsfeld, das zu ihren Fähigkeiten und Talenten passt.

Mit ihrer Unterschrift besiegelte der erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern und der Leiter der Marburger Arbeitsagentur, Volker Breustedt, eine Kooperationsvereinbarung, um die vertiefende Berufsorientierung (VBO) von einzelnen Schülern zu fördern. „Dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ist es seit Jahren ein wichtiges Anliegen, die Berufsorientierung und die Ausbildungsförderung von Jugendlichen, insbesondere von Jugendlichen mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, zu unterstützen. Wir wollen diese Zusammenarbeit weiter treiben, weiter vertiefen und auf Dauer auslegen“, so McGovern.

Ziel sei es, die laufenden Projekte an den einzelnen Schulen besser zu Koordinieren und die Schüler langfristiger zu begleiten.

„Die Zeit der Berufsorientierung ist auch die Zeit, in der die Jugendlichen in die Pubertät kommen. Die Orientierungsphase für die Jugendlichen sollte über einen längeren Zeitraum anhalten“, erklärt auch Armin Plewa-Moormann, der als Jugendbildungsreferenten die neu gegründete Koordinierungsstelle unterstützen wird.

Über die Mindestdauer eines halben Schuljahres sollen einzelne Schüler in AG‘s und Projektarbeiten mit dem Thema Berufsorientierung konfrontiert werden. Die spezielle Förderung soll in den Schulalltag eingegliedert werden. „Es geht nicht nur um die Frage, was ein Schreiner tut, wenn er ein Stück Holz vor sich hat. Vielmehr geht es um die Frage, was ich tun muss, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen“, erklärt Volker Breustedt. Selbstbewusstsein soll aufgebaut, Durchhaltevermögen geschult, Möglichkeiten aufgezeigt werden. Die Koordinierungsstelle, die Vertreter des Kreises und der Agentur für Arbeit an einen Tisch holt, will die zur Verfügung stehenden Mittel gezielt einsetzen und sich zweimal jährlich beraten.

„Wir decken eine relativ kleine Fallzahl ab. Wir wollen uns auf die Jugendlichen konzentrieren, die erhebliche Probleme haben. Diese Vereinbarung zwischen Kreis und Agentur für Arbeit ist bundesweit unüblich. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang - und das auch noch in ein und die selbe Richtung“, erläutert“, so Breustedt.

„Wir müssen das Thema Berufsorientierung einfach stärker begleiten. Wir wollen nicht nur informieren sondern verfolgen ein handfestes wirtschaftliches Interesse für die Region. Wir können es uns nicht leisten, Jugendliche zurückzulassen. Wir müssen jedes Talent nutzen“, fügt Gerhard Wenz hinzu. „Wir sind finanziell auf diesem Feld gut aufgestellt. Prävention steht an oberster Stelle.“ Schließlich sei es sinnvoller, einem Schüler frühzeitig Orientierung zu bieten als ihn im Anschluss zu seiner Schullaufbahn in Übergangssystemen zu verwalten.

von Marie Lisa Schulz

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