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Seit 70 Jahren steht er hinter dem Herd

Berufsjubiläum Seit 70 Jahren steht er hinter dem Herd

Am Donnerstag waren es auf den Tag genau 70 Jahre, die Winfried Horn in der Küche eines Restaurants hinter dem Herd verbrachte.

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Auch am Jubiläumstag steht Winfried Horn (3. von links) in der Küche: Am Gründonnerstag feierte er seine 70-jährige Berufstätigkeit. Mittlerweile wird der 83-Jährige hinter dem Herd von Enkel Benjamin Horn (von links), Dominik Wachtel, Bernd Henseling, Baptiste Franco und Armin Grün unterstützt.

Quelle: Katharina Kaufmann

Wolfshausen. Winfried Horn ist 83 Jahre alt, doch alt wirkt der Mann mit dem schütteren grauen Haar kein bisschen. Am Donnerstag durfte er zwar nicht in seiner Küche im Hotel Bellevue hinter dem Herd stehen, dennoch ließ er es sich nicht nehmen, dort wenigstens nach dem Rechten zu sehen. „Eigentlich wollte ich heute morgen in die Küche gehen und arbeiten, so wie immer. Aber dann wurde ich nach draußen gerufen und alle haben mir gratuliert“, berichtete der 83-jährige Koch mit Tränen in den Augen. Völlig gerührt war er, ob der Überraschung, die ihm seine Frau Maria und die Tochter, Marion Horn gemacht hatten:

Zahlreiche Gäste, darunter Peter Lather von der Industrie- und Handelskammer Kassel, der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes, Dirk Wolf und der Geschäftsführer des Kreisverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Otmar Wiegand, hatten sich im Restaurant des Hotels getroffen, um mit Horn dessen 70-jährige Berufstätigkeit zu feiern. Am 1. April 1940 begann der damals 13-jährige Winfried Horn seine Ausbildung zum Koch in der Hannoveranischen Hauptbahnhofsgaststätte „Fürstenzimmer“. Während des Zweiten Weltkrieges war er Arbeitsdiener, Infanterist und schließlich Gefangener im „Chateau Eisenhower“.

Als er wieder frei war, widmete sich Winfried Horn erneut dem Kochen. Es folgten Stationen in Braunschweig, Hannover, Luxemburg, Paris, Bad Harzung, auf den Schiffen M.S. Gribsholm und M.S. Berlin, in Travemünde, Niendorf, dem schweizerischen Spiez, Speyer, Oberkirchen, Braunlage und erneut der Schweiz, bevor Horn im Jahr 1959 nach Wetter kam. Dort pachtete er bis zum Jahr 1963 das Kegelsporthaus und wollte schon wieder zurück in seine Heimat Hannover gehen, als er von der Stadt Marburg mehrere Angebote bekam. Statt eines davon anzunehmen, entschied sich der Vater von drei Kindern dazu in Wolfshausen ein Hotel mit dem Namen „Bellevue“ zu bauen.

Eröffnet wurde dieses am 1. Februar 1964. Seitdem ist Horn, der immer noch die Einkäufe für die Hotelküche macht und dort hinter dem Herd steht, in der Marburger Region verwurzelt. 51 Jahre ist er Mitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, seit 25 Jahren gehört er dem Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer in der Käthe-Kollwitz-Schule an, und im Dehoga-Kreisverband engagiert sich Horn seit mehr als 20 Jahren. Zum Berufsjubiläum gab es deshalb auch dafür Urkunden von IHK und Dehoga. Des Weiteren überreichten ihm Wolf und Wiegand die Goldene Ehrennadel des Dehoga-Verbandes und ernannten ihn zum Ehrenmitglied.

von Katharina Kaufmann

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