Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Seibel & Reitz: Gericht eröffnet Verfahren

Insolvenz Seibel & Reitz: Gericht eröffnet Verfahren

Das Amtsgericht Marburg hat gestern das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Seibel & Reitz GmbH & Co. KG (SUR) in Breidenstein eröffnet.

Voriger Artikel
Villa Wehrenbold erhält neuen Anstrich
Nächster Artikel
Ideen gesucht für Freibad Weidenhausen

Das Gelände der Firma Seibel&Reitz in Breidenstein.

Quelle: Archivfoto

Biedenkopf. Der Geschäftsbetrieb des Herstellers von Kamin- und Abgasanlagen läuft dessen ungeachtet weiter. „Die Einkaufsverbände platzieren weitere Aufträge bei SUR. Gleichzeitig sind wir bereit, jederzeit weitere Aufträge annehmen zu können“, erläutert Insolvenzverwalterin Gundula Pierson von Schultze & Braun. Die Rechtsanwältin ist zuversichtlich, das Unternehmen erhalten zu können: „Wir werden gute Hände finden, in die wir den Betrieb legen können“, teilt die Kanzlei mit.

 Kanzlei erneuert Kritik an der Gesellschafterfamilie

Pierson und die Berliner Beratungsgesellschaft Saxenhammer & Co. stünden demnach in engem Austausch mit, wie es heißt, „ernsthaften Interessenten“. Noch sei allerdings kein Gespräch zwischen den Interessenten und den Vermietern des Firmengeländes über den Abschluss eines Mietvertrags zustande gekommen.

In diesem Zusammenhang erneuerte die Kanzlei ihre Kritik an der Gesellschafterfamilie. Schon vor zwei Wochen hatte Insolvenzverwalterin Pierson die Gesellschafter aufgerufen, sich stärker als bislang für eine Sanierung ihres Unternehmens einzusetzen (die OP berichtete). „Die Signale, die ich von Seiten der Familie Reitz und deren Umfeld erhalte, stimmen mich noch nicht besonders positiv“, sagte Pierson damals.

Aussage zu möglichem Mietvertrag steht noch aus

An der Situation habe sich bisher nichts geändert, teilte Ingo Schorlemmer, Pressesprecher der Kanzlei Schultze & Braun, auf Anfrage der OP mit. Das sei vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass Firmen, die Interesse an der Fortführung des Unternehmens gezeigt und den Betrieb auch bereits besichtigt hätten, „natürlich wissen wollen, ob sie denn einen Mietvertrag bekommen und somit weiterproduzieren können oder gegebenenfalls umziehen müssen“, so Schorleder. „Wir brauchen eine Aussage der Vermieterin, wie es weitergeht“, so der Pressesprecher. Vermieterin sei eine Immobiliengesellschaft, „die wiederum den Damen Reitz gehört“, verdeutlicht Schorleder.

Pierson habe derweil während des vorläufigen Insolvenzverfahrens einige interne Restrukturierungen angestoßen. „Wir haben zum Beispiel die Arbeitsabläufe neu justiert, um sie schlanker und effizienter zu gestalten. Die Arbeitsvorbereitung wurde deutlich verbessert, womit wir eine engere Verzahnung von Vertrieb und Produktion erreicht haben.“ Insgesamt könnten Aufträge so schneller bearbeitet und ausgeliefert werden. Dies solle laut der Insolvenzverwalterin ebenfalls dazu beitragen, dass das Unternehmen erhalten werden könne. Kündigungen habe man bisher nicht aussprechen müssen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr