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Hinterland Section besteht seit 140 Jahren
Landkreis Hinterland Section besteht seit 140 Jahren
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18:02 28.08.2012
Auf Standschauen – wie dieser auf einem Stand von Probe-Imkern – tauschen Bienenzüchter regelmäßig ihre Erfahrungen aus.Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Lange Zeit war man sich im Bienenzuchtverein Gladenbach und Umgebung nicht ganz einig, wie alt der Verein tatsächlich ist. Im Gespräch war das Jahr 1862. Der Vorstand ließ 1997 im Hauptstaatsarchiv Nachforschungen anstellen, um das genaue Grün­dungsdatum zu erfahren.

Dann kam die entscheidende Auskunft aus dem hessischen Hauptstaatsarchiv, die auf einen Zeitungsausschnitt aus der Zeitung „Biene“ fundierte.

Die Zeitung war seinerzeit das Organ der vereinigten Bienenzüchter-Vereine in Hessen und Nassau.

Die für die Gladenbacher Bienenzüchter wichtige Passage ist in der Ausgabe vom November 1872 zu lesen.

In einem dort abgedruckten „Protocoll der Ausschußsitzung des Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins am 2. October 1872 zu Gießen“ heißt es unter der Überschrift „Zweckmäßigere Eintheilung und Arrondirung der Sectionsgebiete“:

„Der Hr. Präsident hatte sich selbst der Mühe unterzo­gen, eine neue Eintheilung und Arrondirung der Sectionsgebiete, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob in den Sectionen zugetheilten Ortschaften Vereinsmitglieder vorhanden sind oder nicht, zu projectiren, und wurde das schon in extenso ausgearbei-tete Project, nachdem die verschiedenen Wünsche und Vorschläge der anwesenden Herrn Sectionsvorsteher noch berücksichtig worden, angenommen. Hiernach wird die ganze Provinz Oberhessen von nun an 20 Sectionen umfassen, ungerechnet die drei Sectio­nen Braunfels, Gladenbach und Nieder-Weimar auf an­grenzenden preußischen Gebietstheilen.

Der Plan dieser neuen Ein­theilung nebst Verzeichnis sämmtlicher Ortschaften soll in einer auf Kosten des Oberhessischen Vereins herzustellenden Ectrabeilage zur ,Biene‘ abgedruckt werden.“

Nachdem der Auszug aus dem Aktenband der „Königlichen Regierung zu Wiesbaden“ Klarheit geschaffen hatte, wurden in die Akten beim Registergericht das richtige Datum eingetragen, denn auch die Gladenbacher Bie­nenzüchter sind ein eingetra­gener Verein.

Das Jubiläum des Vereins wurde 1997 in einer kleineren Feier be­gangen. Weil die Nachricht aus dem Staatsarchiv damals recht kurzfristig eintraf, war keine Zeit mehr für die Ausrichtung eines größeren Festes.

Der Einzugsbereich des Bienenzuchtvereins 1872 Gladenbach und Umgebung erstreckt sich im Wesentlichen auf den Raum der Stadt Gladenbach mit ihren Stadtteilen, das südlich von Gladenbach gelegene Dorf Oberweidbach - vor der Gebietsreform Teil des Kreises Biedenkopf heute Lahn-Dill-Kreis - und einige östlich angrenzende Ortsteile der Gemeinde Lohra.

Der Imkerverein hatte 1957 noch 87 Mitglieder, 2007 zählte er 47 Mitglieder, heute sind es knapp über 80. In den vergangenen Jahren zeichnete sich eine Überalterung des Vereins ab. Das Durchschnittsalter betrug im Dezember 2008 60 Jahre.

Der Bienenzuchtverein errichtete 1989 auf dem Gelände der Freiherr-vom-Stein-Schule in Gladenbach einen vereinseigenen Bienenstand samt Schaukasten. Dieser dient seither dem Biologieunterricht und der Unterweisung von Schülern und Schülerinnen in einer eigenen Bienenarbeitsgemeinschaft. Sie steht zurzeit unter der Leitung des Lehrers, Imkers und Vereinsmitglieds Markus Wege.

An diesem Stand erhielten schon Kindergartengruppen einen ersten Einblick in die Honigbienenwelt. Bei Führungen wird auch Erwachsenengruppen der enge Zusammenhang zwischen Bienen und Umwelt nahegebracht. 1994 erhielt der Gladenbacher Imkerverein für seine Arbeit an diesem Bienenstand den Umweltschutzpreis der Stadt Gladenbach.

2000 organisierte der Verein in Sinkershausen unter seinem damaligen Vorsitzenden Erhard Franz mit großem Erfolg den 31. Hessischen Imkertag.

Auf einer Schulungsveranstaltung des Landesverbandes Hessischer Imker für Vereinsvorsitzende im Oktober 2007 erfuhr Vorsitzender Hans-Christian Mika von systematischer Neuimker-Werbung mithilfe des sogenannten Probe-Imkerns.

Im Winter 2007 beschäftigte er sich Mika intensiv mit dem Konzept des Imkervereins Niederaula. Es folgte der Beschluss, auch in Gladenbach das Projekt Probe-Imkern anzubieten. Nach einem Info-Abend meldeten sich 19 Interessierte für den Lehrgang, darunter vier Ehepaare. „Mit einem so großen Interesse an der Bienenhaltung hatte im Vorstand niemand gerechnet“, erinnert sich der Vorsitzende. Von den Probe-Imkern traten 16 dem Gladenbacher Verein bei und betreiben nun ihr neues Hobby mit großer Leidenschaft. Den großen Erfolg des ersten Nachwuchs-Projektes nahm der Verein zum Anlass, seither in jedem Jahr das Probe-Imkern anzubieten. Auch für 2013 ist ein Kurs geplant.

Während des Hessischen Imkertags 2011 in Seligenstadt übergab Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich an Hans-Christian Mika eine Urkunde für den zweiten Platz beim hessischen Nachwuchsgewinnungswettbewerb. Darüber hinaus erhielt der Imkerverein für sein herausragendes Engagement den Umweltschutzpreis 2010 der Stadt Gladenbach.

von Hartmut Berge

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