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Hinterland Sechs Notebooks für die Jugendarbeit
Landkreis Hinterland Sechs Notebooks für die Jugendarbeit
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21:34 07.11.2011
Im Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ in Hartenrod wurden sechs Notebooks für die Jugendarbeit übergeben. Quelle: Helga Peter

Hartenrod. Mit Spannung warteten die jugendlichen Gäste im Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ in Hartenrod darauf zu erfahren, was sich in zwei Kartons verbirgt, die auf der Bühne standen. So viel war sicher: Die Übergabe von zwei Notebooks im „Jeegels Hoob“ war angekündigt. Bürgermeister Markus Schäfer erklärte, dass das Jugendprojekt zwar großen Anklang findet, es aber der Wunsch geäußert worden sei, die Ausstattung des Jugendraums durch Computer zu verbessern.

Bevor die Jugendlichen die Notebooks inspizieren konnten, entspann sich ein Dialog zwischen Rechtsanwalt Michael Schneider und den Schülern, bei dem Schneider auf den, wie er es nannte, „Fluch und Segen“ des Internets hinwies. Dass die Schüler sich schon relativ gut im Internet auskennen, erklärten diese mit den dort vorhandenen „tollen Angeboten“, Musik und Videos und das „man alles machen kann“ und benannten auch mit Viren und Trojanern Gefahrenzonen.

Schneider machte den Schülern deutlich, dass Hacking verboten ist und aufgepasst werden müsse, was in das Internet eingestellt werde, denn dort sei eine Nachprüfbarkeit auf lange Zeit gegeben. Auch das Risiko des Herunterladens von Musiktiteln im Zusammenhang mit den Urheberrechten beleuchtete der Anwalt präzise.

Mirko Schulte, Direktor des Amtsgerichts Biedenkopf, zeigte ebenfalls die guten und die schlechten Seiten im Umgang mit dem Internet auf. Schüler seien aufgeschlossen, erlebnishungrig und neugierig. Das Internet sei maskiert, vergesse nichts und sei spurenträchtig. Anhand eines Fallbeispiels benannte der Richter die Gefahrenzone bei der Preisgabe von Vorlieben und Interessen und einer sich anbahnenden Internetbekanntschaft, die nach einer Begebenheit aus dem heimischen Raum mit einer Vergewaltigung geendet habe.

Durch Gewinnspiele bestehe die Gefahr des Abzockens. Es könne sich eine Spielsucht entwickeln, die ein unstillbares Verlangen in sich berge, da in diesem Zusammenhang durch vermeintliche soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse im Hirn Dopamin als Glücksbotenstoff ausgelöst werde.

Schulte verstand es, die Schüler mit dem Begriff „Cybermobbing“ vertraut zu machen und verständlich den Weg des strafbaren Verhaltens durch das Einstellen von pornografischen Darstellungen oder solche mit rechtsradikalem Inhalt aufzuzeigen, was dazu führt, das der Computer beschlagnahmt wird. Toll fand es der Richter, dass sich Bürgermeister Markus Schäfer für die Jugendarbeit einsetzt und den Jugendlichen ein Raum zur Verfügung steht.

Groß war die Freude bei allen Beteiligten als zur Übergabe der Notebooks durch Helmut Brodt an Bürgermeister Markus Schäfer und Marina Klein vom bsj (Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendarbeit) statt der angekündigten zwei Notebooks sechs zum Vorschein kamen, die bisher im Gebrauch des Computerclubs waren. Sobald der Jugendraum in Hartenrod über einen Internetanschluss verfügt, haben die Jugendlichen aus der Gemeinde Bad Endbach die Möglichkeit, im Jugendraum im Internet zu surfen. Schäfer erwähnte auch die Gladenbacher Anwaltskanzlei Schneider und Kollegen, die das Projekt mit von 500 Euro unterstützt hatte.

von Helga Peter

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