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Hinterland Schwimmausbildung boomt wieder
Landkreis Hinterland Schwimmausbildung boomt wieder
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19:14 04.04.2017
Die Gladenbacher DLRG ist stolz auf ihr neues Boot, das nach dem Ehrenvorsitzenden „Wolfram“ benannte wurde. Quelle: Karin Berge
Gladenbach

Mit der Eröffnung des 2005 niedergebrannten Bades – vor acht Jahren – begann auch für die Gladenbacher Lebensretter eine neue Zeitrechnung. Die Zeit ohne Bad kostete die Aktiven viel Energie und den Verein Mitglieder.

Seit 2009 geht es aber stetig bergauf. Das dokumentierte auch der Bericht des Vorsitzenden Gernot Hirth in der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag.

Auf allen Tätigkeitsfeldern werde hervorragende Arbeit geleistet, sagte er. Nach seinen Worten kommen samstagnachmittags zur Kinderschwimmausbildung zwischen 50 bis 80 Kinder. 10 bis 20 Schwimmer vieler Altersklassen nehmen dienstagabends am Rettungsschwimmen teil. Längst etabliert habe sich auch das ebenfalls dienstags stattfindende Jugendschwimmtraining, an dem im Schnitt mehr als zehn Schwimmer teilnehmen, freute sich der Vorsitzende.

830 Arbeitsstunden gingen in die Ausbildung

Ein bis zwei Bahnen sind dienstags für die Abnahme von Rettungsschwimmscheinen reserviert. Ein großer Teil der Teilnehmer seien Studenten der Universität Marburg, berichtete er. Sandra Schieferstein und Michael Kirch seien wesentliche Säulen bei der Scheinabnahme, hob er hervor. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 100 Rettungsschwimmscheine abgenommen. Zu Katastrophenschutzeinsätzen musste man nicht ausrücken.

Sandra Schieferstein, Technische Leiterin für die Ausbildung, berichtete von 27 erfolgreichen Seepferdchen-Prüfungen, 15 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 7 in Silber und 11 in Gold.

75 Rettungsschwimmscheine­ in Bronze und 45 in Silber – ­davon 5 Wiederholungen – wurden ausgehändigt. Ausbilder ­
der Ortsgruppe richteten drei Erste-Hilfe-Kurse aus. 20 Ausbildungshelfer sind bei den Anfängern im Einsatz, drei im Rettungsschwimmen und einer für Lehrscheine im Bereich Schwimmen und Retten. Während der Übungsstunden sind im Schnitt 16 Ausbilder im Einsatz. 830 ehrenamtliche Stunden wurden in der Ausbildung geleistet, darüber hinaus wurden zahlreiche Stunden investiert, um 41 Personen in Erster Hilfe auszubilden.

Als Technischer Leiter berichtete Jens Meier über die Aktivitäten in seinem Zuständigkeitsbereich. Die Einsatzabteilung lud zur Taufe des neuen Hochwasserbootes „Wolfram“ an den Perfstausee. Die Aktiven nahmen an neun Ausbildungsveranstaltungen teil, wie an einer Abseilübung mit der Ortsgruppe Neustadt und der Feuerwehr Breidenbach am Aussichtsturm.

Zugegen war man bei der Fahrzeugausstellung am Hessentag in Herborn und stellte gemeinsam mit der Ortsgruppe Marburg Kräfte zur Absicherung des Drachenbootrennens bei 3TM Marburg. An drei Wochenenden leisteten Gladenbacher Wachdienst am Aartalsee. Die Abteilung beteiligte sich an der Fahrzeugausstellung anlässlich des Jubiläums der Gladenbacher Wehr. Beendet wurde das Jahr mit dem Fackelschwimmen in der Lahn in Marburg.

Warteliste fürs
 Kinderschwimmen ist voll

Der Einsatzabteilung gehören neun Helfer und Helferinnen an. Sie trafen sich zu neun Aus- und Fortbildungen. Insgesamt leisteten die Mitglieder der Einsatzabteilung ehrenamtlich 615 Stunden bei Aus- und Fortbildungen sowie zahlreichen Veranstaltungen.

Jugendwartin Kerstin Justus sprach von einem erneut „guten Jahr“. „Das Kinderschwimmtraining läuft nach wie vor sehr gut“, resümierte sie und erläuterte: Das Training und der Anfängerschwimmkurs samstags seien sehr beliebt und bis weit über Gladenbach und Umgebung hinaus bekannt.

„Ich habe das Gefühl, dass sich die Kinder und deren Eltern bei uns sehr wohl fühlen und dankbar für unsere qualitativ gute Ausbildung und unseren liebevollen Umgang mit den Kindern sind“, sagte die Jugendwartin und betonte, sie freue sich auch, dass die Kinder Kurse kontinuierlich und regelmäßig besuchten, sodass Fortschritte gut erkennbar seien und die Kinder bestmöglich auf ihre Abzeichen vorbereitet werden könnten.

Sie ging auch auf die Teilnahme am Jugendschwimmtraining ein. „2016 waren es 14 ­Jugendliche, zur Zeit sind es ­sogar etwa 18“, sagte sie.
Regelmäßig erhalte sie E-Mails von Eltern, die ihre Kinder in dem Anfängerkurs anmelden wollten. Die Warteliste­ sei voll, „der nächste freie Platz ist erst im April 2018 nach den Osterferien, und es kommen ständig neue Anfragen hinzu“, berichtete sie.

Meier und Weber tauschen Ämter

Es gebe immer wieder Kinder, die sich für die Fortgeschrittenenkurse interessierten und mit Begeisterung dabei blieben, sagte Justus und berichtete weiter: „Kinder, die den Anfängerschwimmkurs bei uns absolviert haben, bleiben in der Regel bei uns und besuchen die fortgeschrittenen Gruppen.“ Aus diesem Grund betonte sie, „wie wichtig unsere Arbeit ist und wie groß unsere Verantwortung für die Kinder ist, die regelmäßig und in großer Anzahl zum Kinderschwimmen und zum Jugendschwimmen kommen“.

„Ich freue mich, dass wir jedes Mal so viele Betreuer zusammenbekommen, die mit hohem Engagement ins Schwimmtraining kommen und dort den Kindern das Schwimmen beibringen, sie fördern, fordern und in ihrer Entwicklung ­unterstützen. Außerdem finde­ ich es ­super, dass wir auch so ­viele junge ­Betreuer im 
 Kinderschwimmen haben, die regelmäßig eine tolle Arbeit am Kind leisten“, schloss Kerstin Justus ihren Bericht.

Bei den Ergänzungswahlen tauschten der Technische Leiter Einsatz, Jens Meier, und sein Stellvertreter, Jens Weber, ihre Posten. Gernot Hirth erinnerte­ an seine Ankündigung, dass er bei den Vorstandsneuwahlen im nächsten Jahr – nach zwölf Jahren – nicht mehr für das Amt kandidieren werde. Er will gerne weiter im Vorstand mitarbeiten, aber ins zweite Glied treten.

von Hartmut Berge

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