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Hinterland Schwerstarbeiter schlagen nachts zu
Landkreis Hinterland Schwerstarbeiter schlagen nachts zu
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19:26 12.12.2013
Metalldiebstahl kamen in diesem Jahr vermehrt im Hinterland vor. Quelle: Peter Endig
Breidenstein

„Firma fehlen 600 Kilogramm Aluminiumschrott“, „Diebe machen schwere Beute: 7 Tonnen Metall sind weg“, „Diebe stehlen 1000 Meter Kupferkabel“, „Metalle für 15000 Euro sind weg“. Rund 15 Mal gab die OP bisher in diesem Jahr, und damit deutlich mehr als im vergangenen, aus den Polizeiberichten wieder, wenn Metalldiebe nachts im Hinterland zugeschlagen hatten.

Manchmal waren es wie in Breidenstein nur 2000 Euro, einmal in Wallau sogar 35000 Euro und in einigen Fällen lässt sich der Wert gar nicht genau ermitteln. Die bisherige Schadenssumme beziffert Polizeisprecher Martin Ahlich auf mindestens 125000 Euro und das auch nur für einige der 13 größeren Fälle.

Dass es sich dabei nicht um leicht verdientes Geld, sondern um eine schweißtreibende Arbeit handelt, verdeutlicht das Gesamtgewicht des Aluminiums, Messings, Kupfers, Edelstahls oder sonstigen Metalls: Rund 13 Tonnen Alt- und Neumetalle schleppten die Täter fort. „Gelegenheit macht Diebe“ scheint aber in diesen Fällen nicht zu gelten, da die Täter den Abtransport der Beute in allen Fällen offenbar gut organisiert haben.

Manchmal schlagen sie aber auch zwei Fliegen mit einer Klappe, so wie Mitte Juli, als Unbekannte mit einem im Lahn-Dill-Kreis gestohlenen Lastwagen im Interkommunalen Gewerbegebiet bei Mornshausen/S. vorfuhren und 8 Paletten mit Ventilteilen aufluden. Die Diebe hatten allerdings Pech: Mit einem Plattfuß ließen sie den Lastwagen auf einem Autobahnparkplatz in Nordrhein-Westfalen stehen. Weil 10 Nächte später erneut ein Lastwagen, diesmal kurz zuvor in Lohra gestohlen, im selben Gewerbegebiet vorfuhr und mehrere Paletten mit Kupferteilen verschwanden, vermutet die Polizei einen Zusammenhang und verfolgt eine heiße Spur, die nach Nordrhein-Westfalen führt. Allein beim zweiten Diebstahl betrug der Warenwert 20000 Euro.

Manchmal darf es aber auch etwas weniger sein: Mitte November verschwand die Kupferblechabdeckung der Mauer, die das Kriegerdenkmal in Friedensdorf umgibt. Besonders ärgerlich ist an diesem Fall, dass es sich nicht um einen Betrieb handelt, dem eine Versicherung den Schaden ersetzt.

In wenigen Fällen haben die rechtmäßigen Eigentümer, wie zum Beispiel die Eon Mitte, aber auch Glück und kommen mit dem Einbruchsschaden davon. Denn das im Friedensdorfer Umspannwerk vorgefundene Kabel war den Dieben offenbar nicht gut genug und so ließen sie es liegen.

Der Polizei fehlen die Zeugenbeobachtungen

Die augenscheinliche Vorliebe für das Hinterland hat einen einfachen Hintergrund: viele metallverarbeitende Betriebe, die oftmals in abgelegenen Gewerbegebieten angesiedelt sind. Dieser Vorteil für die Täter erschwert der Polizei die Ermittlungsarbeit ungemein. Bei Einbruchdiebstählen ist der „gute Nachbar“ oftmals der beste Helfer. Da es davon in Gewerbegebieten vor allem nachts aber wenige gibt, setzt die Polizei auf das Prinzip „Guter Beobachter“.

Oftmals würden die Tatorte am Tage ausgekundschaftet. Wer wahrnehme, dass zum Beispiel eine ortsfremde Person häufig an einem Ort vorbeifahre oder irgendwo stehe und offensichtlich etwas beobachte, könne der Polizei mit Hinweisen helfen, sagt Ahlich. Wichtig sei dann eine Personenbeschreibung und auch andere Merkmale wie Automarke, Autofarbe und Kennzeichen. Auch wer in der Nähe eines Gewerbegebietes wohnt, in dem es nachts üblicherweise keinen Lastwagenverkehr gebe, könne der Polizei einen Hinweis geben.

Für die Betriebsinhaber hat Ahlich noch das Angebot parat, sich vor Ort von einem spezialisierten Polizisten über Sicherungsmöglichkeiten beraten zu lassen.

von Gianfranco Fain

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