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Hinterland Schwarzarbeit bringt Baufirma Geldstrafe ein
Landkreis Hinterland Schwarzarbeit bringt Baufirma Geldstrafe ein
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21:04 06.12.2010

Marburg. Gemeinschaftlich sollen ein 54-Jähriger und ein 49-Jähriger im Jahr 2007 als Geschäftsführer eines Gladenbacher Bauunternehmens in zwölf Fällen Steuern hinterzogen und in fünf Fällen eine rechtmäßige Arbeitnehmerentlohnung unterlassen haben. So sah es die Staatsanwaltschaft Marburg und so gestanden die beiden Angeklagten gestern vor der Wirtschaftsstrafkammer des Marburger Landgerichts auch die ihnen vorgeworfenen Taten.

Während einer Kontrolle des Hauptzollamtes im Jahr 2007 auf einer Baustelle in Lindau fielen die rechtswidrigen Geschäftspraktiken der beiden Angeklagten auf. Die Staatsanwaltschaft stieß bei ihren Ermittlungen im Anschluss an die Zollkontrolle auf nicht versteuerte Löhne und zahlreiche von den Angeklagten ausgestellte Schein-Rechnungen. Insgesamt entstand so ein Schaden von rund 100.000 Euro.

Die beiden Angeklagten gestanden die Taten vor dem Gericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul. „Wir haben aus wirtschaftlichen Ängsten gehandelt“, erklärte der 49-Jährige auf die Frage Pauls, warum sie Taten begangen hätten, von denen bekannt sei, dass sie gegen geltendes Recht verstoßen. Zur Schadenswiedergutmachung hätten sie aber bereits Geld an eine Krankenkasse und das Finanzamt gezahlt.

Dies hielt Staatsanwalt Oliver Rust den beiden Angeklagten in seinem Schlussplädoyer zugute. Insgesamt beantragte er jeweils eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 7.300 Euro.

Das Gericht folgte dem Antrag der Verteidiger und verurteilte den 54-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 7.200 Euro. Der 49-Jährige erhielt ebenfalls eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt ist, sowie eine Geldstrafe von 9.000 Euro. Beide Angeklagte müssen in der Bewährungszeit von drei Jahren zudem monatlich 150 Euro als Schadenswiedergutmachung zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

von Katharina Kaufmann

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