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Schule kennt auch Schichtbetrieb

100-jähriges Bestehen Schule kennt auch Schichtbetrieb

Mit einer Feierstunde und zahlreichen Präsentationen beging die Schulgemeinde im Bad Endbacher Ortsteil Hartenrod das runde Jubiläum.

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Das Grundschulkollegium stellte in Marburger evangelischer Tracht in Mundart humorvoll eine Schulstunde von „Anno Dazumal“ vor.

Quelle: Klaus Peter

Hartenrod. In der voll besetzten Aula der Mittelpunktschule Hartenrod feierte die Schulgemeinde am Freitag das 100-jährige Bestehen der Schule „Am Loh“. Schulleiterin Petra Caspers-Naujoks dankte besonders den Hartenröder „Urgesteinen“ Hermann Bamberger und Karl-Otto Bamberger für deren Mithilfe bei der Aufarbeitung der Geschichte der Schule.

In ihrer Laudatio wies die Schulleiterin darauf hin, dass Hartenrod der älteste Schulstandort im Oberen Salzbödetal sei. Bis zum Bau einer eigenen Dorfschule im 19. Jahrhundert besuchten die Kinder des Obergerichtes aus Bottenhorn, Hülshof, Dernbach, Wommelshausen, Endbach, Günterod, Schlierbach und Hartenrod die Schule in Hartenrod. Im Oktober 1912 habe dann mit der Einweihung des neuen Schulgebäudes „Am Loh“ der Wendepunkt der Hartenroder Schulgeschichte begonnen.

Das Schulgebäude „Am Loh“ sei damals das modernste weit und breit gewesen, in dem 225 Kinder aus Hartenrod unterrichtet wurden. Das neue Schulgebäude umfasste auch drei Lehrerwohnungen.

Je 4 Klassen von 7.30 bis 12 und von 12 bis 16.30 Uhr

Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Schülerzahl durch die Heimatvertriebenen so sehr angewachsen, dass in Schichtunterricht unterrichtet werden musste. Vier Klassen wurden vormittags von 7.30 bis 12 Uhr und vier weitere Klassen von 12 bis 16.30 Uhr unterrichtet.

1963 wurde Hauptlehrer Ewald Gräb zum ersten Rektor der Volksschule Hartenrod ernannt. Im selben Jahr wurden Schüler aus Schlierbach ab der Klasse fünf aufgenommen. Auf Gräb folgte Paul Petri als Rektor, der bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1979 die Ausbildungsphasen der Mittelpunktschule Hartenrod mitgestaltete und die pädagogische Entwicklung zielstrebig vorangebracht habe.

Am 18. April 1966 nahm die neue Mittelpunktschule für die Kinder aus Hartenrod und ab den fünften Klassen noch für die Kinder aus Schlierbach und Bottenhorn ihren Betrieb auf. Doch schon am ersten Tag standen Schüler aus Wommelshausen, Endbach und Hütte vor der Tür, sodass erneut Schichtunterricht notwendig wurde. In mehreren Bauabschnitten, so die Schulleiterin, erfolgten Erweiterungen, und im Jahre 1972 hätten auch Schüler aus Weidenhausen, Dernbach, Rachelshausen und Römershausen und später auch noch Schüler aus Bottenhorn und Hülshof die Schule besucht. Im Jahre 1973 wurde der erste Realschuljahrgang entlassen und 1979 erstmalig eine Vorklasse eingerichtet.

Walter Wolf wurde im Jahre 1980 neuer Schulleiter der Mittelpunktschule Hartenrod und habe pädagogische Akzente gesetzt. 1990 übernahm Frank Attrot die Schulleitung. Ihm folgte 1996 Ernst Schönauer. Dieser führte vor allem im Grundschulbereich neue Denkansätze ein. In der Hauptschule habe sich seine schulpsychologische Erfahrung positiv ausgewirkt.

Ganztagsangebote und Gütesiegel seit 2002

Im Jahre 2002 übernahm Dorothea Mannshardt die Schulleitung, die sie bis zum Sommer dieses Jahres innehatte. Mit hoher Kompetenz habe Dorothea Mannshardt die Geschicke geleitet. In dieser Zeit wurde ein pädagogisches Ganztagesangebot eingerichtet und die Mittelpunktschule wurde als eine der ersten Gütesiegelschulen für gute Berufsorientierung in Hessen ausgezeichnet.

Eine weitere Auszeichnung der Mittelpunktschule erfolgte in den vergangenen Wochen für die guten Leistungen bei den Abschlussprüfungen im Bildungsgang der Haupt- und der Realschule (die OP berichtete). Stolz erwähnte Caspars-Naujoks, dass die Mittelpunktschule im Bildungsgang der Realschulen als siebtbeste Schule in Hessen und im Bildungsgang der Hauptschule als fünftbeste Schule des Landes ausgezeichnet worden sei.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern betonte, dass die Schulentwicklung vor 100 Jahren ein wichtiger Schritt in punkto Breitenbildung genommen habe. Die Mittelpunktschule Hartenrod sei eine sehr gut aufgestellte Schule mit engagierter Schulleitung und motiviertem Lehrerkollegium. Grüße übermittelte auch Bernhard Drude vom Staatlichen Schulamt, der darauf hinwies, dass 100 Jahre Schule „Am Loh“ auch sehr viel Arbeitsleistung bedeute, die viele erbracht hätten. Auch der Erste Beigeordnete der Gemeinde Bad Endbach, Dieter Domke, wies darauf hin, dass die Schule jung und dynamisch geblieben sei.

Die Feierstunde wurde musikalisch von Liedern der Vorklasse mit den Klassen eins und zwei ebenso begleitet wie der Klassen drei und vier. Ein Höhepunkt bildete der Auftritt des Grundschulkollegiums, das in Mundart, gekleidet in Marburger evangelischer Tracht, Schule „Anno Dazumal“ in lustiger Form vermittelte.

Nach der offiziellen Feierstunde zeigten Schüler Mode aus den vergangenen 100 Jahren. Es wurden verschiedene Ausstellungen angeboten unter anderem auch „100 Jahre Schule Am Loh“. Schüler zeigten das Kerzenziehen, boten selbst gebackte Schreibtafeln zum Verkauf an und präsentierten das Schreiben mit Feder und Tinte.

von Klaus Peter

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