Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° Sprühregen

Navigation:
Schüler lernen Einfühlungsvermögen

Pilotprojekt Schüler lernen Einfühlungsvermögen

Ein außergewöhnliches Schulentwicklungsprojekt begleitete Michael Lembach als Referendar an der Gladenbacher Europaschule.

Voriger Artikel
Hartenrods Kirche wird neu verputzt
Nächster Artikel
20. Dorffest bietet buntes Programm

Beim „Tanz in den Mai“ sangen die Schüler unter der Leitung des Musiklehrers Michael Werner im Pflegezentrum.

Quelle: Privat

Gladenbach . Der in Marburg lebende angehende Lehrer für die Fächer katholische Religion und Deutsch hat im abgelaufenen Schuljahr mit der Klasse 9 G3 ein Pilotprojekt absolviert, dass im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen könnte. Unterstützt von der Klassenlehrerin Döris Häring baute er gemeinsam mit den 24 Schülern Kontakte mit dem benachbarten Pflegezentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Kehlnbacher Straße auf und organisierte im Klassenverbund Besuche sowie gemeinsame Aktionen in dem Zentrum. Inhaltlich begleitet wurde das Praktikum mithilfe des Religionsunterrichts. „Dort haben wir unter anderem Themen wie Nächstenliebe, Diakonie und soziale Verantwortung behandelt“, erklärt Michael Lembach.

Die Leitung des AWO-Pflegezentrums sei von Beginn an einer Zusammenarbeit interessiert gewesen, berichtet er und erläutert: „Sie verstehen ihre Einrichtung als Haus der Begegnung.“ Grundidee des Praktikums war nach seinen Worten die Einbindung des sozialen Lernens in den Schulalltag. „Die Schüler sollen in ihrer Schullaufbahn nicht nur Betriebspraktika absolvieren, sondern auch Einblicke in soziale Berufe bekommen“, sagt er und ergänzt: „Sie sollen bewusst mit Menschen arbeiten. Das führt unweigerlich dazu, dass sie auch realisieren, dass es auch Menschen gibt, denen es schlechter geht und die auf Hilfe angewiesen sind.“ Die Begegnung mit Hausbewohnern und deren Begleitung stärke die sogenannten Empathiefähigkeit – das Einfühlungsvermögen der Schüler.

Zudem vollbrachten sie ein gutes Werk, indem sie im Zentrum kleine Arbeiten verrichteten, etwa Bewohnern beim Essen halfen, sie beim Weg durch die Gebäude begleiteten, mit ihnen spazieren gingen, ihnen vorlasen, mit ihnen spielten oder sich mit ihnen unterhielten. „Sie sollen realisieren, dass Alter und Krankheit unweigerlich Bestandteil des menschlichen Lebens sind“, erläutert Michael Lembach. Nach der Phase des Kennenlernens gab es eine Reihe von Höhepunkten während des Projektes. Als Auftaktveranstaltung diente ein „Tanz in den Mai“, die Klasse 9 G3 sang unter der Leitung des Musiklehrers Michael Werner Lieder und sorgte für die Bewirtung der Bewohner. Es folgten ganz individuelle Besuche im Zentrum nach Schulschluss im Mai und Juni. Am Ende des Schuljahres gab es eine Abschlussveranstaltung.

von Hartmut Berge

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten OP vom Donnerstag.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr