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Schüler blicken in die Welt der Insekten

Kerzenherstellung Schüler blicken in die Welt der Insekten

Fünftklässler der Biedenkopfer Lahntalschule gossen Kerzen aus Bienenwachs und begaben sich mit den Mitarbeitern des Schulbiologiezentrums auf eine spannende Spurensuche in der Tierwelt.

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Insekten im Fokus: Christian (links) und Max betrachten eine Hornisse.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Im Werkraum ist alles vorbereitet: Im Topf schmilzt das Bienenwachs, auf der Arbeitsplatte hängen ellenlange Dochte und liegen weitere Hilfsmittel bereit. Die verschiedenen Gussformen verlost Mitarbeiterin Antje Schuback unter den Kindern. Dabei bekommt Max den Pinguin, Thalia den Frosch. „Und du?“, fragt Constanze ihren Mitschüler Christian, der schmunzelnd und etwas skeptisch antwortet: „Mittelgroßer Tannenbaum!“

Durch einen Schlitz in den weißen Silikon-Zylindern fädeln die Kinder die Dochte ein. Gummibänder, die um die Formen gespannt werden, verhindern, dass das Wachs, das die Schüler sorgsam nacheinander eingießen, ausläuft. Nur fünf Minuten härten die Kerzen aus, dann können sie schon aus der Form genommen und bestaunt werden.

„Die brennen gut“, verspricht Antje Schuback und erntet den Protest der Kinder, die finden: Viel zu schön zum Anzünden!

Das Wachs, das in der Schule verarbeitet wird, stammt aus dem eigenen Bienenstock des Bio-Zentrums. Es wird von den Tieren hergestellt und bietet dem Volk eine Lebensgrundlage: Die Bienen nutzen die Waben im Winter als Futterspeicher, was sie von artverwandten Lebewesen unterscheidet.

„Dass Bienen Wachs machen, wissen viele gar nicht“, berichtet Lehrerin Andrea Schneider, die auch Leiterin des Schulbiologiezentrums ist. Ursprünglich wurden Bienen gerade deswegen gehalten. Aus Wachs stellten Mönche in Klöstern Kerzen oder Cremes her. Als Vorbereitung auf das Kerzengießen erforschten die Kinder im Fachraum daher in Kleingruppen die Lebensweise von Bienen, aber auch Wespen, Hornissen und Hummeln.

Christian staunt, als er den „gigantischen“ Hornissenkörper unter dem Mikroskop untersucht. „Schau mal Max, die hat richtige Krallen an den Beinen.“ Diese Information notieren die beiden für das anschließende Kurzreferat. Am Nachbartisch hat Thalia herausgefunden, dass am Bienenstachel Widerhaken sind. Deshalb schmerzt ein Bienenstich auch mehr als einer mit dem glatten Wespenstachel. Die junge Goßfelderin hat sich schon in der Grundschule mit diesen Insekten beschäftigt und ist eine Expertin. Über die Rollenverteilung im Volk oder auch den „Bienentanz“, den Arbeiterinnen im Stock aufführen, nachdem sie eine leckere Blumenwiese gefunden haben, möchte sie ihre Mitschülern später informieren.

„Es ist interessant zu sehen, was die Kinder entdecken und was ihnen besonders wichtig ist“, finden Andrea Schneider und ihr pädagogischer Mitarbeiter Gerhard Kraft. Überrascht sind die jungen Forscher, dass allein das Bienenvolk überwintert. Bei den anderen Arten überleben nur die Königinnen, die ihre Staaten in jedem Frühjahr neu gründen.

Das Geheimnis der Überwinterung der Bienen liege im Wachs, verrät Gerhard Kraft - und deshalb steht das goldgelbe Material an diesem Morgen im Fokus. Mit ihrem Programm „Bienen und Wachs“ bereisen die Mitarbeiter des Schulbiologiezentrums in der Vorweihnachtszeit täglich Schulen und Kindergärten im ganzen Landkreis. Denn gerade derzeit komme das Kerzengießen bei den Kleinen gut an. Darüber sind sich auch die Schüler der Klasse 5C einig: „Das hat Spaß gemacht!“

von Benedikt Bernshausen

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