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Hinterland Schöffen, die Partner der Justiz
Landkreis Hinterland Schöffen, die Partner der Justiz
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21:10 24.05.2012
Der Direktor des Amtsgerichtes Biedenkopf, Mirko Schulte (von links) ernannte Werner Achenbach zum stellvertretenden Ortsgerichtsvorsteher und Siegfried Stark zum Ortsgerichtsvorsteher des Ortsgerichtes Biedenkopf II. Katja Honndorf repräsentierte als ste
Gladenbach

70 Ortsgerichtsmitglieder nahmen am Dienstag an einer Schulung des Amtsgerichtes Biedenkopf teil und informierten sich über Immobilienbewertung, Gebührenrecht und spezielle Software für die Arbeitsabläufe eines Ortsgerichtes. Bei dieser Gelegenheit ernannte Mirko Schulte, Direktor des Amtsgerichtes Biedenkopf, im Gladenbacher Haus des Gastes Siegfried Stark für die nächsten zehn Jahre zum Ortsgerichtsvorsteher und Werner Achenbach zum stellvertretenden Ortsgerichtsvorsteher des Ortsgerichtes Biedenkopf II für fünf Jahre.

Schulte bezeichnete die etwa 70 Ortsgerichtsvorsteher und Ortsgerichtsschöffen in seiner Begrüßung als Partner der Justiz für die Bürger. Schulte freute sich, dass auch aus dem Amtsgerichtsbezirk Kirchhain zwei Ortsgerichtsschöffen an der Schulung teilnahmen.

Ortsgerichte seien eine rein hessische Einrichtung und somit einmalig in Deutschland. In Hessen gibt es mehr als 900 Ortsgerichte, davon 18 im Amtsgerichtsbezirk Biedenkopf mit insgesamt 90 Ortsgerichtsmitgliedern. Die Ortsgerichte seien eine sinnvolle Institution.

von Helga Peter

Die Menschen, die in diesem Amt ehrenamtlich tätig seien, sollten über Lebenserfahrung verfügen und unbescholten sein. Das Ehrenamt stehe geradezu im Gegensatz zu der derzeit erkennbaren verbissenen Flucht ins Private. Die ehrenamtlich Tätigen würden gesellschaftliche Mitverantwortung zeigen und dies sei gelebte Demokratie.

Deshalb sollte der Ortsgerichtsschöffe Ernst Heck aus Bad Endbach-Schlierbach für 60-jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst eine besondere Ehrung erfahren, er konnte jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Während der Veranstaltung informierte Peter Moos vom Gutachterausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf die Ortsgerichtsmitglieder über die Immobilienbewertung und richtete dabei den Fokus auf die Verkehrswertermittlung. Anhand von Beispielen erläuterte Moos detailliert die Richtlinien. Wichtig sei eine Immobilienbewertung, die möglichst dem Marktwert nahe komme, erklärte Moos und gab dafür spezielle Beispiele.

Berti und Mika werden vorgestellt

Im zweijährigen Turnus erstellt der Gutachterausschuss Bodenrichtwerte sowohl für baureifes und bebautes Land als auch für landwirtschaftliche Flächen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf mit Ausnahme der Stadt Marburg. Die seit dem 1. Januar gültigen neuen Bodenrichtwerte sind bundeseinheitlich ausgelegt und können beim Gutachterausschuss in Marburg erfragt aber auch im Internet unter www.boris.hessen.de eingesehen werden.

Peter Moos stellte mit „Berti“ ein Berechnungsprogramm für typspezifische Immobilien vor, mit dessen Hilfe schnell, einfach und beliebig oft der Wert für Standard-Immobilien ermittelt werden könne. Das gleiche gelte für „Mika“ als neuen Mietwertkalkulator 2012.

Amtsrat Otto Krebs, Bezirksrevisor am Landgericht Marburg, gab den Ortsgerichtsmitgliedern Informationen zu der Gebührenabrechnung und der neuen Gebührenordnung für die Ortsgerichte. Justizamtfrau Katja Honndorf, die Organisatorin dieser Veranstaltung, sprach über Kriterien bei Unterschriftsbeglaubigungen und Justizamtmann Ulf Schirach beleuchtete wichtige Aspekte bei der Erstellung von Sterbefallanzeigen.

Ortsgerichtsvorsteher Reinhard Wacker vom Wacker-Verlag Langenselbold, stellte Fachsoftware zur effizienten Arbeit der Ortsgerichte im Hinblick auf die Wertermittlung von Immobilien aber auch anderen Amtsgeschäften vor. Wacker führte aus, es sei für die Ortsgerichtsmitglieder wichtig, dass diese neben der nötigen Anerkennung ihrer Arbeit auch eine entsprechende Ausstattung durch die Städte und Gemeinden erfahren.

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